Gutes Niveau, blödes Ergebnis

Toni Söderholm erlebte einen interessanten Abend in der Mercedes-Benz-Arena. Behauptete er jedenfalls. Der Eishockey-Bundestrainer gehörte zu den 130 Menschen in der Halle, die am Montag das 2:3 (0:0, 1:2, 1:0/0:1) der Eisbären nach Verlängerung gegen Wolfsburg verfolgen durften.

„Es ist ein schnelles, hochklassiges Spiel“, sagte der Finne. „Man sieht, dass die Liga Woche für Woche Fortschritte macht. Das Niveau ist wirklich sehr gut inzwischen.“

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Das Niveau auf dem Eis ist sicher auch besser als der Spielplan. Denn der ist in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) in dieser Saison schon etwas abenteuerlich, doch insofern passt er ja zur wilden Zeit. Erst sechs Tage zuvor hatten die Berliner in Berlin 2:3 nach Verlängerung gegen die Grizzlys verloren. Da sie nach der ersten Heimniederlage dann ein 3:5 in Bremerhaven folgen ließen, war der Druck schon da bei den Berlinern am Montag etwas zu bewegen gegen die Wolfsburger. Denn schließlich sind die mit den Bremerhavenern die einzigen echten Konkurrenten der Eisbären um den ersten Platz in der Nordgruppe der in dieser Saison zweigeteilten Liga.

Die Mannschaft von Trainer Pat Cortina versteht es durchaus, ein anspruchsvolles Spiel aufs Eis zu zaubern, zumal die nordeuropäische Fraktion um Topscorer Max Görtz aus Schweden und die Finnen Matti Järvinnen und Pekka Jormakka zum Besten gehört, was die DEL zu bieten hat. Und so entwickelte sich schnell ein Spiel auf hohem Niveau, in dem die Eisbären zunächst besser waren, aber im zweiten Drittel die Übersicht verloren.

Der Franzose Anthony Rech nutzte zuerst einen Fehler in der Berliner Defensive, Garret Festerling legte im Powerplay zum 2:0 für Wolfsburg nach. Die Eisbären liefen Gefahr, das Spiel – wie zuletzt in Bremerhaven – im zweiten Drittel zu verlieren. Ein Powerplaytor von Zach Boychuk kam also zur rechten Zeit.

Im dritten Abschnitt kamen die Berliner wieder ins Spiel, der Ausgleichstreffer von Jonas Müller war Beleg dafür. Am Ende ging es wie sechs Tage zuvor schon beim Stand von 2:2 in die Verlängerung. In der handelte sich Jormakka zwei Strafminuten ein, die Eisbären konnten die Überzahl aber nicht nutzen und so traf Wolfsburg nach einem Konter 48 Sekunden vor Schluss zum Sieg. Durch Jormakka – wen sonst.