Gernot Tripcke: „Ultimatum an die Politik hat funktioniert. Dank an Angela Merkel!”

Teil 8 unserer Satireserie. „Die Welt ist ganz schön Scheibe“. Zuletzt vermeldeten wir den neuen Eishockeybundestrainer Thomas Popiesch. Davor wollten die Krekölnfelder Pinguihaie an den Start gehen, davor wollten Stefan Ustorf und Peter John Lee in die erfolgreiche Zukunft investieren. Davor erschienen: Teil 1: Die Wahrheit über Torsten Ankert und den Wechsel nach Wolfsburg; Teil 2: Weg mit dem Heimnachteil. Eisbären spielen nur noch auswärts!; Teil 3: NHL-Scout sucht deutsche Spieler in Bremerhaven Teil 4: Wie die Eisbären die Wende schafften.

Die Saison beginnt nun doch noch in der höchsten Eishockeyliga des Landes. Wir haben darüber mit Gernot Tripcke, Geschäftsführer der Deutschen Eishockey Liga (DEL), gesprochen (Satire):

Herr Tripcke, alle freuen sich auf die neue Saison, die startet ja nun vielleicht irgendwann. Wie war das doch noch möglich?
Nun ja, es fing damit an, dass wir der Politik die “Pistole auf die Brust” gesetzt haben, die auch prompt reagiert hat. Frau Merkel erkundigte sich bei jedem Verein um deren Befinden und kam auch flugs mit einem 800.000 Euro-Gutschein vorbei. Bei jedem Klub persönlich übrigens!

Wie reagieren die Spieler in der Liga auf den Start? Haben Sie da schon was gehört?
Die Freude der Spieler ist überragend! Wir haben die ja zunächst mit der “Wir-müssen-zusammenhalten”-Nummer bei Laune gehalten. Das gab die Politik auch so vor. Und das haben die geglaubt (lacht). Alle haben auf etwa 25 Prozent Gehalt verzichtet. Dieses war ein großes Zeichen! Nun waren aber auch WIR als Liga nicht untätig und haben eine halbe Saison verstreichen lassen. Wir haben darauf gesetzt, dass die Spieler nachziehen. Dieses hat auch funktioniert, fast alle verzichten auf fünfzig Prozent und mehr…

Was haben die Klubs im Einzelnen für Möglichkeiten gehabt ihren Haushalt vernünftig zu gestalten?
Ich darf das eigentlich nicht sagen… Aber gut: wir hatten mit München einen ganz sicheren Starter. Red Bull wollte nicht mal den Scheck von Angie annehmen. Mannheim war auch schnell dabei. Durch die Beteiligung von SAP an der Corona-App hatten die etwas mehr zur Verfügung. Deshalb spielen da jetzt auch Bergmann und Michaelis….

Das sind natürlich die Vorreiter?
Ja, aber nehmen sie Wolfsburg. Da waren haufenweise Mitarbeiter bei VW in Kurzarbeit. Somit konnte der Charly die Spieler kurzerhand ans Fließband stellen und Schwupps hatten die ein tolles Auskommen! Oder Düsseldorf, dort wurden an der längsten Theke der Welt Masken verkauft! Campino war auch dabei. Leider ging das nicht ganz so gut, deshalb spielen sie bei der DEG momentan beim Magenta-Cup auch mit einigen Nachwuchsspielern… Ein guter Weg, wie ich finde übrigens!!!

“Clever: In Nürnberg haben sie alle Spieler verliehen”

Wie verhält es sich denn bei den kleineren Vereinen?

Das ist völlig unterschiedlich! Straubing galt zum Beispiel immer als Wackelkandidat, was aber unbegründet war. Da dort das Gäuboden-Volksfest auf Grund der Pandemie untersagt wurde, hatten zahlreiche Sponsoren plötzlich genügend Geld in der Portokasse. Das floss dann alles an die Tigers! Oder Augsburg: Die haben einen Song aufgenommen…. “Augsburger Nächte sind momentan nicht lang”, die Scheibe lief wie geschnitten Brot!!!!

Aber es gibt noch andere Standorte?
Alle haben sich etwas einfallen lassen!!!! Berlin zum Beispiel hat sein Maskottchen vor den Zoo gestellt und das als “Knut” verkauft. Okay, da kamen laut Analyse nur 52,69  Euro als Ertrag heraus. Aber der EC Deilinghofen Iserlohn hat aus guter alter Tradition das “Grüne Buch” neu aufgelegt und horrende Einnahmen verbucht. Dazu hatten die noch einen Hühnersponsor, damit sie Brathähnchen verkaufen konnten! Oder Schwenningen, da haben sie einen alten Helm von Matthias Hoppe verhökert und die Mannschaft ist bezahlt!

In Nürnberg wackelte es da aber schon mehr, oder?
Sehr clever verhielt sich meines Erachtens Nürnberg. Dort wurden praktisch alle Spieler verliehen. Keine Spieler, keine Kosten… Ganz im Gegenteil, und das ist sehr lustig, Krefeld. Da gibt es einen ominösen Investor aus der Schweiz und die verpflichten dort ulkige Gastspieler. Eigentlich wollten sie dort auf den eigenen Nachwuchs setzen! Das verstehe ich in diesem Falle nicht, ist aber egal… Aber es gibt wirklich sehr bemühte Standorte wie Bremerhaven. Dort ist nach Ausbruch der Krise der Teammanager Alfred unermüdlich im Hafenbecken getaucht, um einen Schatz zu finden. Leider hat das nicht geklappt. Daraufhin haben sie den Trainer an die Nationalmannschaft verhökert und der DEB zahlt das Gehalt. Und da die Spieler dort kein deutsch können haben die einfach die Verträge geändert. Statt Einkommen, lautet das dort jetzt MITBRINGEN. Das hat bis heute keiner gemerkt.

Laut unserer Analyse fehlen nur noch zwei Teams…?
Ach, fragen sie nicht nach Ingolstadt!!! Die graue Maus! Dort haben sie es mit Gutscheinen für Saturn versucht. Aber der Einzige der darauf eingestiegen ist, war der Pielmeier… der ist jetzt auf dem Mond. Aber Hurra, es gibt ja auch noch Köln! Ich sage nur “Immerwigger”. Die haben sympathisch gebettelt und scheinen Erfolg damit zu haben. Alle waren dabei! Der Leon, Bläck Föös und der Poldi sitzt bis in dem Moment vor dem Dom und spielt Gitarre. Das ALLES für die Haie…