Füchse Berlin chancenlos gegen Rhein-Neckar Löwen

Der Schrei von Milos Vujovic war durch die ganze Halle zu hören. Voller Ärger schlug er mit den Händen auf den Boden, nachdem Sekunden zuvor sein Aufsetzer nur an der Latte und nicht im Tor gelandet war. Es war bereits sein zweiter Fehlwurf in den Anfangsminuten gegen die Rhein-Neckar Löwen, der sechste der Füchse insgesamt in dieser Zeit – und es sollten noch etliche folgen. Zu viele, sodass im Duell um Platz zwei am 19. Spieltag der Handball-Bundesliga die Berliner in heimischer Halle letztlich mit 23:29(11:18) unterlagen.

Erst nach über sechs gespielten Minuten gelang den Hausherren der erste Treffer, traf Mijajlo Marsenic vom Kreis zum 1:5. An diesem Sonntag hatten sie den Mannheimern kaum etwas entgegenzusetzen. Denn zu der schlechten Angriffseffektivität trugen nicht nur die vielen vergebenen Chancen bei, sondern ebenso eine Anzahl von Abspielfehlern, die vom Gegner in leichte Tore umgesetzt werden konnten.

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Nach anfänglichen Startschwierigkeiten steigerten sich die Füchse jedoch und konnten einen zwischenzeitlichen Rückstand von sechs Toren auf zwei verkleinern (22., 11:13) – auch weil die Löwen in ihrer Konsequenz nachließen. Es blieb allerdings bei einem kurzen Aufbäumen. Während die Gäste zu ihrer eingangs gezeigten Stärke zurückfanden, fielen die Jungs von Trainer Jaron Siewert in ihr Muster zurück und der Abstand war wieder auf den alten Wert angewachsen.

„Wir sind schlecht ins Spiel gekommen und obwohl wir uns da wieder reinkämpfen, geben wir es aus der Hand“, resümierte der Coach. „Die Enttäuschung über unsere Leistung ist jetzt natürlich groß. Aber das Ergebnis war so verdient.“

Weder der erwartet torgefährlichen Achse bestehend aus Andy Schmid und Jannik Kohlbacher hatten die Füchse etwas entgegenzusetzen, noch den überzeugend ausgeführten Rückraumwürfen der Mannheimer, die ihrerseits ihre Negativserie von drei Liga-Niederlagen in Folge beenden konnten.

Das hätten die Füchse sicher gerne anders gesehen. Ebenso wie ihre mehr als einhundert Fans die via LED-Bildschirme aus ihren Wohnzimmern zugeschaltet waren. Doch gejubelt wurde selten digital, sondern vorwiegend auf der Bank der Gäste. Einen Fakt, den die Füchse schleunigst verarbeiten müssen. Denn nach vier Spielen in neun Tagen ist der Berliner Klub bereits am Mittwoch in der European League in Nimes (18.45 Uhr) gefragt.