Freiheit für alle Musiker

Kayne West rebelliert gegen den Musikkonzern Universal. Er fühlt sich versklavt und fordert die Kontrolle über seine Aufnahmen.

Christian Schröder
Kanye WestFoto: picture alliance / Kamil Krzaczy

In einem spektakulären Akt der Rebellion hat Kayne West Dutzende Seiten aus seinen Verträgen mit der Universal Music Group bei Twitter veröffentlicht. „Hier sind meine zehn Universal-Verträge“, schrieb der Hip-Hop-Star. „Ich brauche jeden Anwalt auf der Welt, um sie zu prüfen.“ West, der allein in den USA mehr als 60 Millionen Tonträger verkauft hat, fühlt sich offenbar hintergangen. Die Musikindustrie bezeichnet er – ähnlich wie einst Prince – als „Sklaven-Industrie“.

Es bleibt nur der Ruhm

Es geht ihm darum, die Kontrolle über die Masterbänder seiner Aufnahmen zu bekommen. „Wenn du einen Musikvertrag unterschreibst, gibts du deine Rechte weg“, klagt er. „Ohne die Master kannst du nichts mit deiner eigenen Musik machen. Jemand anderes entscheidet, wo und wann sie gespielt wird.“ Den Künstlern bleibe nichts außer dem Ruhm, dem Touren und dem Merchandise. Universal ist der Mutterkonzern seines eigenen Labels G.O.O.D. Music.

Jesus ist der König

Seit 2005 hat West neun Alben veröffentlicht, zuletzt war 2019 die Platte „Jesus Is King“ herausgekommen, auf der er die christliche Botschaft des Gospel mit Rap, Jazz und Avantgardepop verband. Der Sänger ist optimistisch. „Alle Musiker werden frei sein“, twitterte er und verwies auf Taylor Swift, die bei ähnlichen Auseinandersetzungen mit ihrer Plattenfirma erfolgreich war. chs