Elfmeter plus Unterzahl gleich Niederlage

Dass Fußball nicht immer schön sein muss, das wissen sie beim 1. FC Union. Mit nicht immer filigranen Mitteln sicherten sich die Berliner schließlich in der vergangenen Saison den Klassenerhalt. Beim FSV Mainz 05 hatte sich diese Erkenntnis bislang hingegen nicht durchgesetzt, Platz 17 in der Tabelle war die Folge. Aber unter dem neuen Trainer Bo Svensson ist der Kampfgeist bei den Mainzern erwacht, am Samstag gab es ein 1:0 (1:0) und damit den zweiten Heimsieg in Folge. Für Union hingegen setzt sich die Negativ-Serie fort, sie dauert nun schon vier Spiele an.

„Wenn du fast eine Halbzeit brauchst, um ins Spiel zu kommen, wird’s halt schwer. Zum Schluss hat eine Aktion das Spiel entschieden“, sagte Unions Trainer Urs Fischer und Kapitän Christopher Trimmel meinte: „Wir hatten sehr wenig zweite Bälle, wir wussten es wird ein Kampfspiel.“

Tatsächlich versuchten die Mainzer von Beginn an Duftmarken zu setzen, sie attackierten Union früh und gingen resolut in die Zweikämpfe. Die Berliner wirkten davon zunächst unbeeindruckt, allerdings auch irgendwie unbeteiligt.

Urs Fischer konnte nach Gelbsperre wieder seinen Kapitän Christopher Trimmel aufbieten, dazu kehrte Andreas Luthe nach seiner Kopfverletzung aus dem Gladbach-Spiel ins Tor zurück. Neuzugang Petar Musa saß hingegen zunächst genauso auf der Bank wie sein Stürmerkollege Joel Pohjanpalo.

Schlotterbeck verschuldete den Elfmeter und sah später Gelb-Rot

Von dort konnten sie sich eine an Höhepunkten arme Halbzeit ansehen, in der der einzige Treffer folgerichtig aus einem Strafstoß resultierte. Nico Schlotterbeck war Karim Onisiwo auf den Fuß gestiegen, nach dem der den Ball schon gespielt hatte. Der Elfmeter war dennoch unstrittig, Moussa Niakhaté traf mit Hilfe des Innenpfostens etwas glücklich zum 1:0 für Mainz. Es war der 30. verwandelte Elfmeter in Folge für die 05er – eine Marke, die in der Bundesliga bis dato keine andere Mannschaft erreicht hat.

Union nahm den Gegentreffer zur Kenntnis, ohne wirklich darauf zu reagieren. Erst als die Mainzer gleich mehrere Berliner nacheinander mit durchaus heftigen Fouls bedachten, wachte Union langsam auf. Mehr als eine Chance für Taiwo Awoniyi, der aus kurzer Distanz an FSV-Keeper Robin Zentner scheiterte, sprang vor der Pause allerdings nicht heraus.

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Die zweite Halbzeit begann dann regelrecht furios, erst reagierte Luthe nach einem Kopfball von Adam Szalai stark. Auf der anderen Seite vergab Cedric Teuchert das mögliche 1:1. Das Spiel wollte nun Fahrt aufnehmen, doch Schlotterbeck bremste es gleich wieder aus. Nach seinem zweiten Foul an Onisiwo sah er die zweite Gelbe Karte und wurde des Feldes verwiesen.

Union gab sich auch in Unterzahl nicht auf, Marcus Ingvartsen prüfte Zentner mit einem satten Schuss. Später brachte Fischer auch noch Musa und Pohjanpalo und nun war auch zu erkennen, warum Mainz vor dem Spiel 19 Punkte weniger hatte als Union. Der FSV wackelte plötzlich und der Gegner wirkte selbst mit einem Mann weniger strukturierter. „Mainz hat gar nichts mehr gemacht, obwohl sie in Überzahl waren“, sagte Luthe und ärgerte sich, „weil sicherlich mehr drin als diese knappe Niederlage.“

Zumal Pohjanpalo beinahe doch noch den Ausgleich erzielt hätte. Mit der Sohle verlängerte er einen langen Ball Richtung Tor, aber Zentner ließ sich nicht überraschen und so brachte Mainz den Sieg über die Zeit. (Tsp)