Die Wende kann nur auf dem Transfermarkt eingeleitet werden

Der Januar sollte Herthas Monat der Aufholjagd werden. Stattdessen ist die Mannschaft schleichend in die Abstiegsregionen hineingerutscht. Von den vergangenen sieben Spielen gegen die vermeintlich leichten Gegner wurde nur eines gewonnen. Und das gegen Schalke, gerade noch rechtzeitig, möchte man meinen.

Jetzt fangen die anderen da unten an zu punkten und beginnen sich zu wehren. Gegen den Abstieg. Während bei Hertha nach drei Spielen ohne eigenes Tor die Frage gestellt wird, wie man das Spiel überhaupt verlieren konnte. Und Bruno Labbadia weiter hadert, dass die Mannschaft keine stabile Achse hat. Was muss jetzt passieren? Labbadia raus? Das ist Michael Preetz‘ Mann. Preetz raus? Preetz ist Werner Gegenbauers Mann. Etwa Gegenbauer selbst? Unvorstellbar…

Wir erinnern uns: Jürgen Klinsmann und seine „Abrechnung“. Die sollte ja so richtig keine sein, sondern war als eine Zustandsbeschreibung mit warnenden Worten für die Zukunft gemeint. Ein Auszug: „Die Geschäftsführung muss sofort komplett ausgetauscht werden. Sollte dies nicht passieren, werden auch die tollen Neuzugänge nach einer gewissen Zeit zu Durchschnittsspielern, weil es die Grundregel im Fußball gibt: Du bist nur so gut wie dein Umfeld. Die Spieler passen sich dem Niveau des Klubs an – nicht umgekehrt.“

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Vielleicht sollten einige das jetzt einmal reflektieren – und Klinsmann rehabilitieren. Zumindest in Teilen. Nicht zuletzt, weil doch eigentlich jeder Insider inzwischen weiß, dass es ihm vom ersten Tag an im Klub schwer gemacht wurde. Bauernopfer sind nun nicht mehr vorhanden, und es fehlen ja auch die passenden Spieler.

Die Wende kann nur auf dem Transfermarkt eingeleitet werden. Fertige Spieler holen. Leader. Mentalitätsspieler. Schalke mit seinen 200 Millionen Euro Verbindlichkeiten hat in Sead Kolasinac vom FC Arsenal und Klaas-Jan Huntelaar von Ajax Amsterdam gerade zwei solche Spieler verpflichtet.
Es gibt sie, man muss sie nur finden. Zeit wird’s. Das Saisonende kommt schnell. Es kann das Ende aller Träume vom „Big City Club“ werden.