Die Uefa will die EM weiterhin in zwölf Ländern austragen – ein Irrsinn

Wann ist eigentlich die Europameisterschaft und wenn überhaupt, wo wird gespielt? Das sind nicht nur für Freunde des anspruchsvollen Männerfußballs essentielle Fragen, ihre Antworten interessieren auch viele Menschen, die mit der EM arbeiten wollen.

Für ein Sportressort zum Beispiel, ist doch so ein wenig Planungssicherheit bei einer Veranstaltung dieser Größe nicht schlecht. Insofern kann sich aber ganz Europa gepflegt zurücklehnen. Mag das Virus auch immer noch wüten und es mit dem Impfen nicht so laufen, wie es laufen müsste – die Uefa wackelt nicht im Sturm. Es wird gespielt, so wie geplant. In zwölf Städten. Ein Verband, ein Wort.

Nach einem Bericht über das mögliche Aus für drei Gastgeber-Städte hat die europäische Fußball-Union jetzt klar den Willen zu einer EM in diesem Sommer mit zwölf Spielorten in zwölf Ländern bekräftigt. In diesen Zeiten, in der niemand eine Reise so richtig planen kann? Genau, der große Fußball wird den Kontinent im Juni und Juli bereisen, dass die Rollfelder Europas glühen. Die Uefa hat sich halt dazu verschrieben, heißt es, dass in diesem internationalen Modus gespielt wird.

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Wenigstens etwas, dass in unsicheren Zeiten noch funktioniert. Dass drei der zwölf Städte, nämlich Bilbao, Dublin und Glasgow als Ausrichter passen müssen, weil sie eine Zulassung von Zuschauerinnen und Zuschauern nicht garantieren können – das ignoriert die Uefa erst einmal. Obwohl europaweit zur Zeit an fast allen Fußballstadien die Kassenhäuschen zu sind, will die Uefa mindestens halbvolle Tribünen beim Event haben.

Es muss genau so gespielt werden, geht ja um viel Geld. Daher will auch ein Jahr später der Weltverband Fifa seine WM im Unrechtsstaat Katar in jedem Fall spielen lassen.

Im Interesse des Sports und des Fußballs wäre es besser, wenn der Verband nicht zu seinem Wort stehen würde. Ein Turnierformat an wenigen Spielorten, angelehnt an das der Champions League vom vergangenen Jahr – dies erscheint zum Beispiel sinnvoller als starrsinnig an Plänen festzuhalten, die aus Zeiten stammen als noch niemand ahnen konnte, was eine Pandemie im 21. Jahrhundert bewirken kann.