Die Suppe muss schmecken

Der fünfte Renntag der Saison in Hoppegarten verspricht gute Unterhaltung am Sonnabend. Wieder sind 1000 Zuschauer zugelassen.




Stolzer Besitzer. Klaus Allofs mit Whizz Kid nach dessen Sieg im Juni vergangenen Jahres in Hoppegarten.Foto: Galoppfoto/Imago

Klaus Allofs ist im deutschen Galoppsport eine Nummer. Aus dem Fußball hat sich der einstige Bundesligastar und spätere Manager vor ein paar Jahren (letzte Station Wolfsburg) verabschiedet und somit wohl auch die Zeit, sich seinem größten Hobby etwas intensiver zu widmen. Der frühere Nationalspieler ist Eigner mehrerer Pferde und zudem in seiner Heimatstadt Vorstand im Düsseldorfer Reiter- und Rennverein.

Vor ein paar Jahren hat Allofs, aufgewachsen unweit der Düsseldorfer Rennbahn am Grafenberg, gesagt: Als Kinder seien sein Bruder Thomas und er zu „Fortuna Düsseldorf oder auf die Rennbahn gegangen“. Schon mit 18 Jahren hatte Allofs Anteile an einem Rennpferd.

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Auch in Hoppegarten ist Klaus Allofs, zumindest im Hintergrund, oft präsent. So auch beim Renntag am Sonnabend: Beim ersten Rennen des Tages (Beginn 13 Uhr) der zweijährigen Pferde über 1400 Meter schickt Allofs als Mitbesitzer Neuling Principe auf die Bahn, mit Jockey Bauyrzhan Murzabayev. Allerdings startet in dem Rennen auch Spitzenjockey Andrasch Starke auf Sagamore – den Sieg wird Allofs nicht unbedingt eingeplant haben.

Sportlicher Höhepunkt beim fünften Renntag in dieser auch für den Galoppsport sehr holprigen Saison ist ein Ausgleich I über  1600 Meter (Brandenburg- Rennen, 16.30 Uhr), mit immerhin insgesamt 11 250 Euro dotiert. Es ist das achte von zehn Rennen (letzter Start ist für 17.30 Uhr geplant). Im Hauptrennen ist der in Hoppegarten von Jan Korpas trainierte Call me Mister aufgrund seiner guten Form (in dieser Saison bereits ein Sieg und zwei Plätze) Favorit. Im Sattel sitzt Michal Abik. Stärkste Gegner im elf Pferde umfassenden Feld sind Degas und Invincible Really. Trainer Henk Grewe und Andrasch Starke starten auch in diesem Rennen, dann mit mit dem siebenjährigen Wallach Degas.

Die Wettschalter sind wieder offen – online geht natürlich immer

Verglichen mit dem Brandenburg-Renntag aus dem Vorjahr ist die Veranstaltung doch etwas abgespeckt. Beim damaligen Hauptrennen, dem „Hoppegartener Herbst-Ausgleich“ über 1800 Meter war eine Dotierung von 22 500 Euro am Start. Aber da gab es ja auch einen Familientag, volles Beiprogramm und viele Fans. Diesmal dürfen immerhin wieder 1000 Zuschauer vor Ort sein und den sonnigen Tag an der Rennbahn verbringen – und auch an den Schaltern ihr Geld verjubeln oder eben Gewinne bejubeln.

Online geht das natürlich wie immer auch (Information und Livestream unter Hoppegarten.com). Denn, wie sagte Rennbahn-Eigentümer Gerd Schöningh vor genau einem Jahr: „Wer Galopprennen langweilig findet, der hat noch nie gewettet. Wetten ist das Salz in der Suppe beim Pferderennen.“ Natürlich: Auch Menschen, die keine Suppe mögen, dürfen am Sonnabend nach Hoppegarten kommen.

Wobei das Thema Suppe bei Funktionären im Galoppsport erstaunlich präsent ist. Klaus Allofs zum Beispiel hat noch vor ein paar Jahren nach einem Sieg des VfL Wolfsburg gesagt, dass er jemand sei, „der immer das Haar in der Suppe findet“. Okay, geschenkt, da war Klaus Allofs ja noch Funktionär beim Fußball.