Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag stellen vier Popkritiker/innen ab 21 Uhr die Alben der Woche in der Sendung “Soundcheck” auf Radio eins vor. Diesmal mit Doves, Alicia Keys, Cults und Fenne Lily.

Die Doves veröffentlichen ihr erstes Album seit elf Jahren.Foto: Universal

Doves: The Universal Want (Imperial Distribution)
Hätten Chris Martin und Bono ein Zwillingspaar zur Welt gebracht (ohne Gwyneth!), die Jungs hießen Jez und Andy Williams. Nur ihre Stellknorpel müssten die beiden bitte noch etwas mehr zusammenpressen, damit das Falsett entstehen kann – man hat fast Phantomschmerzen bei dieser solide zusammengeschepperten Platte. Wann kommt es endlich zum stadiontauglichen Scream? Esther Kogelboom, Tagesspiegel

Alicia Keys: Alicia (Sony)
Hier scheint eine Formulierung aus der Steinzeit des Musikjournalismus angemessen zu sein, die wir schon länger nicht verwendet hatten, denn ja: Alicia Keys ist eine „gut geölte Hitmaschine“. Sie macht auf ihrem siebten Album absolut alles richtig, weil sie absolut alles kann. Darin liegt traditionell die Tragik der Ausnahmekünstlerin: Sie verlässt sich zu sehr auf Technik und kommt selten zu tiefgreifenden Erkenntnissen. Musikalisch beeindruckend ist das natürlich trotzdem! Torsten Groß, Moderator

Cults: Hosts (Sinderlyn)
In Vergessenheit heißt „in oblivion“ auf Englisch. Und Obilivon heißt eine Hälfte des New Yorker Indie-Duos Cults. „Hosts” ist bereits ihr viertes Album. Und es ist gut möglich, dass Madeline Follin und Brian Oblivion bisher komplett an einem vorbei gegangen sind. Wenn man die Schere aus süßlich klingendem Indie-Pop mit arg beklemmenden Texten mag, sollte man sich „Hosts“ allerdings dringend anhören. Julia Friese, Musikjournalistin

Fenne Lily: Breach (Dead Oceans/Cargo)
Die Außenwelt ist hier abgemeldet, das schadet momentan ja nicht: Das zweite Album der britischen Songschreiberin schwankt zwischen Nabelschau und Selbstreflexion, mit viel Empfindsamkeit, etwas Wut und auch Witz. Vor allem in den ruhigeren Momenten mit Fenne Lilys ätherischen Gesang und der zarten Instrumentierung ist das bezaubernd. Birgit Fuß, Rolling Stone

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