Die Mutmacherin

Es ist eine kleine, aufbauende Meldung aus der großen zur Zeit weitestgehend tristen Welt des Sports: Rikako Ikee wird bei den Olympischen Spielen in ihrer Heimatstadt Tokio an den Start gehen – die talentierteste Schwimmerin Japans, die vor zwei Jahren an Leukämie erkrankte, danach um ihr Leben rang und nicht um Bestzeiten im Becken kämpfte. Am Sonntag qualifizierte sich die 20 Jahre alte Ikee in der nationalen Qualifikation als Siegerin über 100 Meter Schmetterling für die japanische Lagenstaffel für die Sommerspiele.

Das ist eine Sensation, es ist ein Sieg über ihre Krankheit, den die Schwimmerin so schnell selbst nicht erwartet hatte. Als ihre Gesundheit am Tiefpunkt gewesen sei, habe sie sterben wollen, sagt sie nun. Erst vor einem Jahr konnte sie nach langer Pause überhaupt wieder schwimmen. Sie habe viel in der Zeit ihrer Krankheit gelernt, nun stehe sie am Wendepunkt für den Rest ihres Lebens, sagt Rikako Ikee.

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Ihr Beispiel ist ein Mutmacher, für alle Menschen, die krank sind, verzweifelt sind, nicht mehr wissen, wie es weitergehen soll. Und von denen gibt es in dieser für viele trüben Zeit viel zu viele. Sie werden oft nicht erwähnt, wenn es um Statistiken von am Virus Erkrankten geht. Noch weniger kommen sie zu Wort, wenn es ihnen wieder besser geht. Dafür gibt es keine Statistiken.

Eine Sportlerin ist per se auf so hohem Niveau auch immer eine Kämpferin. Sonst kommst du im Sportgeschäft auf diesem Level nicht nach oben. Und sicher gibt es Krankheiten, die sich nicht mit Willen allein bezwingen lassen. Aber der Erfolg der Schwimmerin aus Japan zeigt: Aufzugeben lohnt nicht, weder im Leben noch im Sport. Rikako Ikee hat gewonnen – schon vor ihrem ersten Start bei Olympia im Sommer.