Die BR Volleys ziehen ins Finale ein

Als Julian Zenger sich auf den Boden warf und den Ball mit den Fingerspitzen in die Luft beförderte, ertönte ein Jubelschrei. Da riss sogar der sonst eher zurückhaltende Trainer Cédric Énard seine Arme vor Freude in die Höhe. Denn der Punkt schien bereits an Düren zu gehen, als der Libero ihn unter vollem Körpereinsatz mit einem sogenannten Pancake rettete. Genau solche Aktion brauchten die BR Volleys am Samstagabend beim Spiel gegen Düren. Denn die Gegner bewiesen Moral und Kampfgeist. Nur knapp konnten die Berliner sich mit 3:1 (27:25, 25:21, 22:25, 27:25) durchsetzen und sich so einen Platz im Bundesliga-Finale sichern.

Für die Volleys stand am Samstag viel auf dem Spiel. Denn selbsterklärtes Ziel der Saison ist die Verteidigung des Titels. Bei einer Niederlage hätten sie das Finale zum ersten Mal seit über zehn Jahren verpasst. In den letzten Monaten hatten sie immer wieder mit Leistungsschwankungen und Verletzungen zu kämpfen. Volleys Manager Kaweh Niroomand hatte in der vergangenen Woche davor gewarnt, die Rheinländer zu unterschätzen. Düren hatte die Hauptrunde vor den Volleys als Tabellenzweiter beendet.

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Das erste Spiel der „Best of three“-Serie gegen Düren hatten die Volleys eindeutig mit 1:3 verloren. Im Heimspiel hingegen konnten sie sich in der Max-Schmeling-Halle mit 3:1 durchsetzen. An dem Sieg waren die 700 Fans, die im Rahmen des Pilotprojekts teilnehmen durften, wohl nicht ganz unbeteiligt. In Düren mussten sie sich nun ganz ohne die Unterstützung des orangen Blocks behaupten. Und das gelang ihnen bestmöglich.

Im ersten Satz schienen die Berliner noch Schwierigkeiten zu haben, ins Spiel zu finden. Jeden Punkt mussten sie sich hart erkämpfen. Anders als beim letzten Spiel scheiterte Diagonalangreifer Benjamin Patch immer wieder dabei, gegen den Dürener Block durchzukommen. Durch Aufschlagfehler verschenkten sie wertvolle Punkte. Für einen kurzen Freudenmoment sorgte ein Ass von Eder Carbonera, der den Rückstand auf 14:16 verkürzte. Besonders Libero Zenger bewies vollen Kampfgeist und zeigte einige starke Abwehraktionen. Letztlich war es ein Ball von Düren, der ins Aus ging, und Berlin den ersten Satz bescherte.

Der zweite Satz startete für die Berliner weniger erfolgreich. Früh setzte sich Düren mit 6:3 ab. Doch Zuspieler Sergej Grankin und Mittelblocker Anton Brehme konnten durch ein starkes Zusammenspiel ihrem Team einige wichtige Punkte sichern. Auch im Block und im Aufschlag steigerten die Berliner sich und glichen kurze Zeit später zum 10:10 aus. Danach schaffte es kein Team, sich eindeutig abzusetzen, doch die Volleys kämpften sich mit neuem Selbstvertrauen beharrlich zurück. Angreifer Cody Kessel machte den Satz mit 25:21 zu.

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Im dritten Satz schienen die Berliner endlich im Spiel angekommen zu sein. Dieses Mal erlaubten sie es Düren nicht, sich frühzeitig abzusetzen. Kessel brachte sein Team mit 11:7 in Führung. Doch vor allem der Dürener Diagonalangreifer Sebastian Gevert bewies Kampfgeist und schaffte es, den Punktestand zu drehen. Knapp konnte Düren den dritten Satz für sich entscheiden.

Ähnlich spannend ging es in den letzten Satz. Besonders hervor tat sich Kessel, der den Ball aus erstaunlicher Höhe über den Block und ins gegnerische Feld beförderte. Doch Düren gab nicht auf und kämpfte sich zurück. Ein herausragender Block von Mittelblocker Brehme brachte das 22:19 und der überragende Kessel verwandelte schließlich den Matchball.

Nachdem sie den Sieg gefeiert haben, müssen die Volleys nun im Finale den Titel verteidigen. Dort treffen sie auf den Dauerrivalen VfB Friedrichshafen, gegen den sie die vergangenen zwei Spiele mit 0:3 und 1:3 verloren haben. Den Berlinern stehen in dieser Saison also noch einige spannungsreiche Spiele und vielleicht auch weitere grandiose Rettungsaktionen bevor.