Die BR Volleys unterliegen Düren mit 1:3

Das war ein deprimierender Geburtstag für Cédric Énard. Eigentlich wollten die BR Volleys ihrem Trainer, der am Samstag 45 Jahre alt wurde, den ersten Sieg im Playoff-Halbfinale schenken. Stattdessen unterlagen sie Düren mit 1:3 (17:25; 18:25; 25:20; 21:25) eindeutig und müssen nun um den Einzug ins Finale bangen.

Bereits zehn Mal durften die Berliner sich am Ende der Saison als „Deutscher Meister“ bezeichnen. Der Titelgewinn ist auch in diesem Jahr selbsterklärtes Ziel. Volleys-Manager Kaweh Niroomand hatte allerdings bereits im Voraus davor gewarnt, Düren zu unterschätzen.

Die Rheinländer hatten die Hauptrunde vor den Volleys als Tabellenzweiter verlassen und mussten in den vergangenen Monaten nur einen Satz abgeben. Niroomand bezeichnete sie als „erfahrene, homogene und eingespielte Mannschaft“. Und diese Qualitäten stellten sie auch am Samstag unter Beweis.

Bereits der erste Satz verlief für die Volleys schleppend: Immer wieder unterliefen ihnen Aufschlagfehlern. Und auch im Angriff hatten sie große Schwierigkeiten, sich gegen den Block durchzusetzen. So konnte Düren sich früh mit 12:8 absetzen und seine Führung weiter ausbauen.

Einen kurzen Freudenmoment verschaffte Volleys-Angreifer Timothee Carle seinem Team, der beim Stand 17:22 einen wichtigen Punkt holte. Für den Sieg reichte es aber nicht und so machte Düren den Satz mit 25:17 zu.

Volleys scheitern im Angriff

Ähnlich erfolglos aus Sicht der Berliner verlief der Start in den zweiten Satz. Erneut scheiterte Diagonalangreifer Benjamin Patch dabei, sich gegen den Dürener Block zu behaupten. Immerhin gelang es stattdessen Carle, den Rückstand auf 8:10 zu verkürzen. Doch die Dürener bewiesen Entschlossenheit und Kampfgeist und setzten sich schließlich mit 25:18 durch.

Im dritten Satz zeigten die Volleys mehr Konzentration. Denys Kaliberda schien außerdem frischen Wind und neues Selbstvertrauen in das Team zu bringen. Der erhielt im dritten Satz seinen Einsatz und schenkte den Volleys zwei gute Angriffe in Folge. Dieses Mal erlaubten die Berliner den Gegnern nicht, sich eindeutig abzusetzen, sondern kämpften sich beharrlich zurück. Und so verwandelte Cody Kessel den Satzball beim Stand 25:20.

Mit neuem Selbstvertrauen ging es in den vierten Satz, Obwohl Düren sich früh mit 10:4 absetzte, ließen die Volleys sich nicht unterkriegen und verkürzten auf 11:11. Auch im Sideout steigerten sie sich im Vergleich zu den vorherigen Sätzen, doch einige Fehlaufschläge machten ihnen einen Strich durch die Rechnung.

Keinen guten Tag erwischt

Außerdem blockte Tim Broshog, der seinem Beinamen „The Tower“ alle Ehren machte, die Angriffe von Patch ein ums andere mal erfolgreich ab. Zu Recht schrieben die Volleys auf Twitter: „Dieses Rückstand-hinterherlaufen zermartert einem den Kopf“. Letztlich war es ein Berliner Ball, der ins Aus ging und den Dürener 3:1-Gewinn besiegelte.

„Wir haben keinen guten Tag erwischt”, sagt Niroomand im Anschluss an das Spiel, „und uns lange sehr schwer getan, ins Spiel zu kommen.” Vor allem in den ersten zwei Sätzen seien die Berliner nicht präsent gewesen. Düren hingegen habe „sensationell gut und fehlerfrei” gespielt. „Düren kommt aus einer erfolgreichen Phase”, erklärt Niroomand, „während wir uns von Spiel zu Spiel schleppen.”

Voraussetzung dafür, dass die Volleys doch noch ins Finale einziehen, wäre ein Sieg beim Rückspiel am Mittwoch. Niroomand hofft, dass die Berliner beim Heimspiel „von Anfang an hellwach sind” und ihre Chance nutzen. „Aber natürlich bangen wir um den Einzug ins Finale und stehen – wie man so schön sagt – mit dem Rücken zur Wand”, gibt er zu, „die Trümpfe sind auf der Seite von Düren. Jetzt müssen wir das Hinspiel abhaken und uns auf das zweite Spiel konzentrieren.” Bleibt zu hoffen, dass den Volleys das gelingt und Énard doch noch sein Geburtstagsgeschenk erhält – wenn auch verspätet.