Der Andrang ist groß

NRW ist schneller: Während erste Kunst-Museen in Berlin erst ab dem 15. März wieder öffnen, können bereits ab der kommenden Woche Häuser in Nordrhein-Westfalen wieder besucht werden – mit vorheriger Terminbuchung und Aufnahme der Besucherkontaktdaten. Die Zahl der Gäste darf eine Person pro 20 Quadratmeter nicht übersteigen, wie die Düsseldorfer Staatskanzlei am Freitag mitteilte. Zudem müssen die Einrichtungen die Hygienevorgaben konsequent umsetzen. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist vorgeschrieben, die Besuche sind zeitlich begrenzt. Die Minister-Kanzlerin-Runde am vergangenen Mittwoch hatte in ihrem Stufenplan die Wiederöffnung der Museen und Galerien am 8. März zugelassen, unter Auflagen..

So will die Bundeskunsthalle in Bonn in zwei Schritten öffnen. Zunächst haben ab Dienstag Besitzer der Jahreskarte die Möglichkeit, Besuche zu buchen. Sie können die Ausstellungen „Max Klinger und das Kunstwerk der Zukunft“, „Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert“ sowie „Aby Warburg: Bilderatlas Mnemosyne – Das Original“ sehen. Die Warburg-Schau war im Herbst im Berliner Haus der Kulturen der Welt zu sehen. Ab dem 16. März stehen die Ausstellungen dann für alle Menschen offen.

Das Museum Ludwig in Köln nimmt ebenfalls am Dienstag seinen Betrieb wieder auf. Man sei sehr froh, dass die „Andy-Warhol-Ausstellung endlich aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt wird“ und wieder Besucher kommen könnten, sagte der Museumsdirektor Yilmaz Dziewior. Im Laufe des Samstags war das Interesse an Online-Zeitfenstertickets dann so groß, dass die Server des Museums zusammenbrachen. Innerhalb kürzester Zeit war die Seite nicht mehr erreichbar. „Unsere Techniker arbeiten auf Hochtouren“, sagte eine Sprecherin.

Die Ausstellung „Andy Warhol Now“ mit über 100 Werken zeichnet ein in Teilen neues Bild des bedeutendsten Pop Art-Künstlers. Schwerpunkte sind seine Homosexualität, sein Migrationshintergrund und seine Religiosität. Daneben wird deutlich, wie stark Warhol (1928-1987) bereits ein Multimediakünstler war, der zum Beispiel für Print- und Fernsehformate bekannte und unbekannte Amerikaner interviewte. Für das Kölner Museum ist es die wichtigste Ausstellung seit Jahren. Sie ist seit einem viertel Jahr fertig aufgebaut, konnte wegen des Corona-Lockdowns bislang aber nicht für Besucher geöffnet werden.

Das Kölner Museum Ludwig darf jeweils nur 73 Besucher für zwei Stunden einlassen

Am Montag dürfen in NRW Museen, Zoos und weitere Einzelhandelsgeschäfte wieder öffnen – allerdings nur nach Terminbuchung. Das Kölner Museum Ludwig darf wegen der Vorgaben immer nur 73 Besucher für zwei Stunden in die lange erwartete Ausstellung lassen.

Das Museum Folkwang in Essen präsentiert unter anderem seine große Sonderausstellung „2x Kippenberger“ im eigenen Haus und in der Villa Hügel ab Donnerstag wieder. Bis zum 16. Mai ist im Museum Folkwang die Großinstallation „The Happy End of Franz Kafkas’ Amerika“ zu sehen. Parallel präsentiert die Villa Hügel unter dem Titel „Vergessene Einrichtungsprobleme in der Villa Hügel“ Künstlerbücher und Plakate von Martin Kippenberger (1953-1997). Dort sind rund 120 Künstlerbücher und 100 seiner Plakate aus der Sammlung des Museums Folkwang zu sehen.
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Das Von der Heydt-Museum in Wuppertal präsentiert zu seiner Wiedereröffnung am 11. März zwei Ausstellungen: die zum Engels-Jahr konzipierte Ausstellung „Vision und Schrecken der Moderne – Industrie und künstlerischer Aufbruch“ und „Goldene Zeiten – Die Sammlung Niederländischer Kunst und ihre Geschichte(n)“.

In Berlin geht es erst übernächste Woche wieder los, zum Beispiel auf der Museumsinsel. Dort sind ab 16. März unter anderem das Pergamon-Museum (das wegen Restaurierung allerdings in Teilen geschlossen ist), das Neue Museum, die Alte Nationalgalerie wieder zugänglich. Die Berlinische Galerie will versuchen, am 15. März wieder zu starten. Bislang hat lediglich das Naturkundemuseum angekündigt, eventuell nächste Woche wieder Besucher einzulassen. Der Berliner Senat hatte am Donnerstag beschlossen, dass Museen in der Hauptstadt ab 8. März wieder öffnen können – mit Zeitfenster-Tickets im Onlineverkauf und Dokumentation der Kontaktdaten. epd/Tsp