Der 1. FC Union gewinnt gegen Max Kruses Lieblingsgegner

Die TSG Hoffenheim ist bisher nicht gerade als Lieblingsgegner des 1. FC Union aufgefallen. In der vergangenen Saison verloren die Berliner beide Spiele und blieben ohne eigenes Tor – das passierte ihnen gegen keinen anderen Bundesligisten. Am Montagabend änderte sich das und hatte auch mit einem Spieler zu tun, der Hoffenheim ganz bestimmt zu seinen Lieblingsgegnern zählt. Max Kruse hatte für St. Pauli, Freiburg, Gladbach und Wolfsburg schon sieben Mal gegen die TSG getroffen. Mit Union legte er Treffer Nummer acht nach und bereitete zwei weitere Tore vor. Das reichte den Berlinern für einen 3:1 (0:0)-Auswärtssieg. Union ist nun seit fünf Spielen in Folge ungeschlagen und klettert in der Tabelle auf Platz sieben.

Im Vergleich zum 1:1 gegen den SC Freiburg vor einer Woche veränderte Urs Fischer seine Mannschaft auf vier Positionen. Christopher Trimmel und Marcus Ingvartsen schafften es mit muskulären Problemen nicht mal in den Kader; Sheraldo Becker sowie Joel Pohjanpalo saßen nur auf der Bank. Dafür rückten Florian Hübner, Julian Ryerson, Sebastian Griesbeck und Taiwo Awoniyi in die Startelf. Somit stellte Fischer auch taktisch um. Der Schweizer Trainer in Diensten von Union spiegelte Hoffenheims Formation mit einer Dreierkette und einem kompakten zentralen Mittelfeld.

Das war durchaus überraschend, schließlich hatte Union zuletzt gegen Schalke und Freiburg im 4-3-3 sehr ansehnlich gespielt. Offensiv starteten die Berliner aber auch in veränderter Formation gefährlich. Ryerson verpasste eine scharfe Flanke von Christopher Lenz nach wenigen Minuten und nach einer Hoffenheimer Ecke konterte Union sehr gefällig. Über drei Stationen wurde der Ball stets direkt bis in den gegnerischen Strafraum gespielt. Awoniyi wackelte seinen Gegenspieler mit einem kleinen Haken aus, sein Schuss verfehlte das Tor dann aber doch deutlich.

Es war der Beginn einer unterhaltsamen Phase, in der beide Mannschaften defensive Unachtsamkeiten und starke offensive Aktionen aneinanderreihten. Für Hoffenheim vergab Munas Dabbur die beste Chance, als er nach einem Ballverlust von Robin Knoche im Strafraum freigespielt wurde. Seinen Schuss musste Torwart Andreas Luthe passieren lassen, doch Knoche bereinigte seinen Fehler und klärte kurz vor der Linie. Kurz darauf traf Dabbur den Innenpfosten, stand zuvor aber im Abseits.

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Auf der anderen Seite bot sich Awoniyi nach einer Ecke von Max Kruse und Kopfballverlängerung von Christian Gentner eine herausragende Möglichkeit, am langen Pfosten gelang es dem Stürmer aber nicht, den Ball über die Linie zu drücken. Wenig später forderten Lenz und Griesbeck Oliver Baumann, konnten Hoffenheims Torwart aber nicht bezwingen. Das galt auf der anderen Seite auch für Dabbur, der nach einer Flanke des eingewechselten Robert Skov an Luthe scheiterte. So ging es trotz guter Chancen für beide Mannschaften torlos in die Pause.

Der zweite Durchgang begann eher behäbig und die erste nennenswerte Szene ereignete sich nach einer Viertelstunde – es war dann aber auch gleich eine folgenreiche. Über Kruse und Awoniyi landete der Ball im Strafraum bei Griesbeck, der kurz vor dem Schuss von Skov geschubst wurde. Es gab Rot und Elfmeter, den Kruse souverän verwandelte.

In Überzahl beschränkte sich Union größtenteils auf das Verwalten der Führung und das wurde zehn Minuten vor dem Ende durch Dabbur bestraft. In der Schlussphase sicherten die Joker Pohjanpalo und Cedric Teuchert Union dann doch noch den Sieg. Die Vorlagen kamen von: Max Kruse. (Tsp)