Der 1. FC Düren verkauft sich in München teuer

Es waren noch nicht einmal 30 Sekunden gespielt, da stand Marc-Frank Brasnic im Strafraum des FC Bayern ziemlich frei. Doch der Stürmer des 1. FC Düren brachte den Ball mit dem Kopf nur mittig auf das Tor. Dort hatte Debütant Alexander Nübel keinerlei Probleme bei seiner ersten Aktion.

Auch danach hielt der Fußball-Fünftligist gut mit, am Ende aber setzte sich wie erwartet der Favorit in der ersten Runde des DFB-Pokals durch. Der Titelverteidiger, der den Wettbewerb schon 20 Mal gewonnen hat, siegte unspektakulär mit 3:0 (2:0).

Eric Maxim Choupo-Moting erzielte zwei Tore, zudem verwandelte Thomas Müller einen Foulelfmeter. Das Spiel fand ohne Zuschauer in München statt.

Trainer Hansi Flick verzichtete mit Ausnahme von Niklas Süle auf alle Nationalspieler und gab stattdessen gleich fünf Neuzugängen eine Bewährungschance. Neben Choupo-Moting und Nübel waren es Bouna Sarr, Marc Roca und Rückkehrer Douglas Costa. Die vier Feldspieler waren erst kurz vor Transferschluss gekommen.

Die Amateurkicker aus Düren, die wegen der Coronavirus-Auflagen auf das Heimrecht verzichtet hatten, erreichten ihr Ziel: Sie kassierten deutlich weniger Tore gegen die Bayern als zuletzt der FC Barcelona beim 2:8 in der Champions League und auch der FC Schalke 04 beim 0:8 in der Bundesliga.

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„Sie können sich zeigen, und wir können uns ein Bild machen, wie weit sie sind“, hatte Flick vor dem Anpfiff über die Neuen gesagt. Der bundesligaerprobte Choupo-Moting, der zuletzt für Paris Saint-Germain spielte, deutete dabei an, dass er zum Back-up für Torjäger Robert Lewandowski taugen könnte. Der 31-Jährige war torgefährlich und spielte auch gut mit.

Drei Debütanten am Führungstor beteiligt

Das Führungstor der Bayern war eine Co-Produktion dreier Debütanten. Douglas Costa schickte den aus Marseille gekommenen Rechtsverteidiger Sarr steil, dessen Hereingabe grätschte Choupo-Moting ins Tor.

Das neuformierte Bayern-Team harmonierte natürlich nicht wie die eingespielte erste Elf, geriet aber auch nicht in Gefahr gegen die Dürener. Der Oberligist auf Nordrhein-Westfalen ließ den Unterschied von vier Spielklassen aber in einigen Phasen verblassen. „Da muss man Respekt zollen. Und von uns war es ein ordentlicher Auftakt“, sagte Müller nach dem Spiel bei Sport1.

Da schon am Samstag in der Bundesliga beim Aufsteiger Arminia Bielefeld die nächste Aufgabe auf die Bayern wartet, wechselte Flick nach der Pause einige Talente ein. Müller etwa durfte nach einer Stunde die Arbeit beenden. Der von Anfang an spielende Youngster Jamal Musiala traf nach einem Solo im Strafraum den Pfosten. Auch Javi Martinez köpfte später noch ans Aluminium. (dpa/Tsp)