Den BR Volleys fehlt die Energie

Lange lief es weitgehend nach Plan für die BR Volleys. Sehr lange sogar. Zwei Sätze hatten sie bereits gewonnen, im dritten führten sie am Mittwochabend im Viertelfinale des deutschen Volleyball-Pokals 24:22 gegen die Netzhoppers aus Königs Wusterhausen. Zwei Matchbälle, lediglich ein Punkt fehlte noch.

Doch dann machten die Gäste vier Punkte in Folge, holten sich in der Max-Schmeling-Halle den dritten Satz und danach auch die beiden anderen. Mit 2:3 (25:22, 25:23, 24:26, 18:25, 13:15) flog Titelverteidiger BR Volleys raus – eine Sensation. Die Volleys hatten die letzten 16 Spiele gegen die Netzhoppers allesamt gewonnen.

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Die Chance auf die erfolgreiche Titelverteidigung im Pokal ist weg, gleichzeitig war es die dritte Niederlage in den letzten fünf Pflichtspielen – die BR Volleys stecken in der Krise.

In der Liga am vergangenen Samstag beim VfB Friedrichshafen war der erste Satz nach einer 21:17-Führung verloren gegangen, danach brach der aktuelle Meister komplett weg. Auch diesmal brachte der vergleichsweise kleine Rückschlag alles durcheinander.

„Es ist bei uns viel zu wenig Energie da, wenn wir mal einen Satz verlieren“, kritisierte Mittelblocker Anton Brehme. Manager Kaweh Niroomand sagte: „Wir sind in unserer derzeitigen Aufstellung leider nicht in der Lage, den Widerstand zu leisten, den wir in solchen Situationen brauchen.“

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„Es ist eine verdammt schwierige Zeit“

Nationalspieler Brehme ist nach einer Verletzung gerade erst zurückgekehrt, zudem fehlen Außenangreifer Timothée Carle (Bauchmuskelverletzung) und vor allem Zuspieler Sergej Grankin (Wadenverletzung). „Es ist eine verdammt schwierige Zeit. Die Verletzungen haben uns weit zurückgeworfen“, sagt Niroomand.

Aber er sagt auch: „Wir haben jetzt etliche Spieler auf dem Feld, von denen wir uns mehr versprochen haben.“

Die Netzhoppers stehen erst zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte im Halbfinale. Während beim Favoriten mit der Personalsituation und anderen Dingen gehadert wurde, sagte Netzhoppers-Angreifer Dirk Westphal: „Die Breite unseres Kaders hilft uns. Wir bekommen immer wieder frischen Wind von der Bank.“ Das Lob ging vor allem an Karli Allik, der nicht nur für Belebung im Angriff sorgte, sondern das Spiel mit einem Block auch entschied. Dafür benötigten die Netzhoppers lediglich einen Matchball. (Tsp/dpa)