Das waren die meistgelesenen Comic-Artikel 2020

Dass deutsche Comics in den USA Erfolg haben, ist nach wie vor selten. In einem Artikel, der im November auf den Tagesspiegel-Seiten veröffentlicht wurde, wird anhand zweier aktueller Beispiele beschrieben, wie der Sprung über den Atlantik gelingen kann. Der Bericht mit dem Titel „Wie deutsche Comics in den USA groß rauskommen“ war im vergangenen Jahr der meistgelesene Artikel der Tagesspiegel-Comicseiten. 51.062 Leser*innen haben den Artikel seit seinem Erscheinen aufgerufen.

Auf Platz 2 landete das Ergebnis der jährlichen Comic-Bestenliste von acht Tagesspiegel-Autor*innen, auf deren Spitzenplatz eine abenteuerliche Groteske im Infografik-Stil landete – auch weil die Jurymitglieder bei ihren persönlichen Top-Titeln diesmal sehr weit auseinanderlagen: Punkt für Punkt zum Sieg: Das sind die besten Comics des Jahres.

Fast ebenso viele Leser*innen klickten den Nachruf des Comicautoren Bela Sobottke auf seinen Mitstreiter Ralph Niese, der eines der großen Talente der deutschen Independent-Comicszene war und im November mit nur 37 Jahren gestorben ist: „Er hatte Kreativität für Zehn“.

Ein weiterer Nachruf wurde ebenfalls vielgelesen: „Pionier der Underground-Szene: Comiczeichner Richard Corben gestorben“. Der Artikel von Ralph Trommer ist die aktualisierte Fassung eines Porträts über einen der Protagonisten des modernen Comics, der Anfang Dezember mit 80 an den Folgen einer Herzoperation starb.

Nach dem Bekanntwerden mehrerer Fälle von übergriffigem Verhalten und sexuellen Belästigungen in der nordamerikanischen Comicszene hat Brite Förster deutsche Zeichnerinnen zu ihren Erfahrungen mit dem Thema befragt. Ihr Artikel mit der Überschrift „Ich dachte, ich darf das“war 2020 der fünfmeistgelesene Text der Tagesspiegel-Comicseiten.

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Auf Platz 6 kam eine Meldung der Nachrichtenagentur AFP über den Abiturienten Tyll Peters, von dem ein Cartoon in der Zeitschrift „Charlie Hebdo“ veröffentlicht wurde: Ausgezeichnete Karikatur: „Charlie Hebdo“ vergibt Preis an 18-jährigen Hamburger.

Einer der großen Comic-Bestseller des Jahres interessierte offenbar auch die Tagesspiegel-Leser*innen. Bela Sobottkes Artikel über das neue Lucky-Luke-Album „Fackeln im Baumwollfeld“, in dem Szenarist Jul und Zeichner Achdé mehr Diversität in die Comicreihe bringen, landete auf Platz 7: Schwarzer Sheriff: Mit Lucky Luke gegen die Rassisten.

Auf Platz 8 kam die Rezension einer experimentellen Erzählung, in der der Kanadier Shane Simmons mit drastisch reduzierten Mitteln vom Drama der menschlichen Existenz erzählt: „Wie ein Comic ohne Bilder das Leben auf den Punkt bringt“.

Die Rezension von Diane Obomsawins Episodencomic „Ich begehre Frauen“, verfasst von Rilana Kubassa, kam auf Platz 9 der meistgelesenen Artikel: Queere Liebesgeschichten: Der Moment, wenn du erkennst, dass du Frauen liebst.

Auf Platz 10 landete die Rezension eines Sachcomics durch Ralph Trommer. Er analysiert darin, wie die Graphic Novel „Die Bombe“ die Hintergründe der Atombombenabwürfe vor 75 Jahren erhellt: Wie ein Comic die Geschichte der Atombombe auf den Punkt bringt.