„Das ist endlich mal eine Abwechslung“

Es ist ein ungewohnter Anblick: Vor der Max-Schmeling-Halle stehen Menschen in kleinen Grüppchen – manche mit einem Bier in der Hand, andere mit Klatschpappen; aber alle mit dem nötigen Sicherheitsabstand und größtenteils mit FFP2-Masken.

Überall leuchten orange Schals, T-Shirts und Caps. Einige Fans tragen Trikots mit den Namen der Spieler ihrer BR Volleys. Immer wieder werfen sie leicht nervöse und angespannte Blicke auf ihre Handys – vermutlich in der Hoffnung, dass endlich das negative Coronavirus-Testergebnis angezeigt wird und sie in die Halle gelassen werden.

Es ist das erste Mal seit dem 17. Oktober 2020, dass wieder Zuschauer*innen bei einem Volleyball-Spiel in Berlin dabei sein dürfen. Für das zweite Halbfinal-Duell gegen Düren wurden rund 700 Karten verkauft, etwa 200 Sponsoren und Ehrengäste sind außerdem mit dabei. Bereits im Voraus mussten alle Termine für den Coronatest online buchen; pro Person waren 15-minütige Time-Slots vorgesehen.

Vor dem Spiel wird getestet, erst dann geht’s rein.Foto: Inga Hofmann

Das Vorweisen eines tagesaktuellen negativen Coronavirus-Tests ist Voraussetzung, um überhaupt in die Halle gelassen zu werden. Eigens dafür wurde in der Nebenhalle A ein Testzentrum errichtet, wo jeder an einer der Stationen getestet wird und ein Armband mit QR-Code erhält.

Am 17. Oktober spielten die BR Volleys zuletzt vor Fans – ebenfalls gegen Düren

Zweieinhalb Stunden vor Spielbeginn ist die Schlange noch kurz und es dauert gerade einmal fünf Minuten, sich testen zu lassen. Dann noch 15 bis 20 Minuten auf das Testergebnis warten; QR-Code mit dem Handy scannen; hoffen, dass der Bildschirm grün wird und „negativ“ anzeigt und ab in die Halle.

Für diejenigen die trotzdem Schwierigkeiten oder Fragen haben, gibt es Personal, an das sie sich wenden können. Wer sein Testergebnis erhalten hat, kann direkt in die Halle gehen. Die Mitarbeiter*innen wurden bereits früher getestet.

Auch in der Halle gelten die Hygienemaßnahmen: Zwischen den Plätzen herrschen 1,5 Meter Abstand und jede zweite Reihe muss frei bleiben. Auf den Plätzen wurden Wasserflaschen verteilt, ansonsten dürfen keine Speisen oder Getränke konsumiert werden. Jubelgesänge sind verboten.

[Wenn Sie alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können]

Lars und sein Sohn aus Berlin sitzen bereits eine Stunde vorher auf ihren Plätzen. Sie sind große Volleys-Fans und freuen sich darauf, ihren Lieblingsverein endlich wieder live zu sehen. Bisher mussten sie die Saison vom Wohnzimmer aus mitverfolgen. „Wir freuen uns unwahrscheinlich, das ist endlich mal eine Abwechslung. Hoffentlich gewinnen die Volleys“, sagt Lars. Die Coronavirus-Tests halten sie beide für eine „super Idee“: „Wir waren schon 18 Uhr dran und es ging ganz schnell“, berichtet sein Sohn. Auch Andreas aus Hamburg, der extra für das Spiel angereist ist, freut sich auf das Spiel. „Die Testungen haben einwandfrei geklappt und waren sehr gut organisiert. Das war alles top.“

Die allgemeine Stimmung ist jedenfalls schon euphorisch, bevor das Spiel überhaupt angefangen hat. Etliche Zuschauer*innen machen mit ihren Klatschpappen und Ratschen Krach. Bis dann endlich ihre Lieblinge das Feld betreten.