Coronavirus-News am Freitag: Zulassung von Covid-Impfstoff von Astrazeneca noch im Januar

Wann fallen diese traurigen Corona-Zahlen endlich wieder? Die Zahl der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus hat einen neuen Höchstwert erreicht. Innerhalb eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 1188 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen vom Freitagmorgen hervorgeht.

Coronavirus-News zu aktuellen RKI-Zahlen: Neuinfektionen, Todesfälle und Sieben-Tage-Inzidenz

Außerdem wurden 31.849 Neuinfektionen gemeldet. Der bisherige Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am 30. Dezember erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Freitagmorgen bei 136,5. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten Sachsen mit 297,6 und Thüringen mit 256,9. Den niedrigsten Wert hatte Bremen mit 73,5.

R-Wert in Deutschland aktuell bei 0,92

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Donnerstag bei 0,92 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 92 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betonte, dass der R-Wert wegen der Verzögerungen gegebenenfalls unterschätzt werde.

Corona-News im Überblick: Unbekannte randalieren am Impfzentrum Rostock. Bild: dpa

Coronavirus-Lage in Deutschland am Freitag (08.01.2021) im Überblick

Die aktuellen Geschehnisse und Entwicklungen rund um die Coronavirus-Pandemie lesen Sie hier in unserem News-Ticker zur aktuellen Corona-Lage.

+++ EMA: Zulassung von Covid-Impfstoff von Astrazeneca noch im Januar +++

Die Europäische Arzneimittel-Behörde EMA ist zuversichtlich, dass bereits Ende Januar ein dritter Impfstoff gegen Covid-19 in der EU zugelassen wird. Nächste Woche werde der Antrag der Hersteller Astrazeneca auf eine bedingte Marktzulassung in der EU erwartet, teilte EMA-Chefin Emer Cooke am Freitag in Amsterdam mit. Ende Januar könnte dann eine positive Empfehlung der EMA erfolgen. Anschließend muss die EU-Kommission noch zustimmen, das gilt als Formsache.

Bisher sind zwei Impfstoffe in der EU zugelassen: das Präparat der Unternehmen Pfizer und Biontech sowie seit dieser Woche das Mittel des US-Unternehmens Moderna. Der Impfstoff von Astrazeneca ist bereits in Großbritannien zugelassen.

Der dritte Impfstoff könnte das Problem der Impfstoff-Knappheit in der EU erleichtern. Die EU hat von dem Präparat bereits 400 Millionen Dosen bestellt. Der im Vergleich preiswertere Impfstoff kann im Gegensatz zu dem von Biontech/Pfizer und Moderna bei normaler Kühlschranktemperatur für sechs Monate gelagert werden.

+++ Ab sofort sechs statt fünf Impfungen pro Biontech-Ampulle möglich +++

Ab sofort können mehr Menschen mit dem Impfstoff aus einer Ampulle der Hersteller Biontech und Pfizer geimpft werden. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA habe zugelassen, dass sechs statt bisher fünf Dosen aus einer Ampulle gezogen werden dürfen, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Freitag in Berlin.

+++ Immunschutz nach Corona-Erkrankung vermutlich monatelang intakt +++

Eine neue Studie deutet darauf hin, dass Menschen nach einer Corona-Erkrankung vermutlich mehrere Monate über einen Immunschutz verfügen. Dies gelte für bis zu 95 Prozent der Betroffenen. Das berichtet “Focus online”.

Ein Team von Wissenschaftlern um Jennifer M. Dan vom La Jolla Institute for Immunology und der University of California in San Diego haben Blutproben von mehr als 180 Corona-Infizierten analysiert.Die Untersuchungen ergaben, dass die Immunzellen bei einem großen Teil der Infizierten auch acht Monate nach der Erkrankung noch vorhanden waren.

+++ Geruchssinn häufiger bei mildem Covid-Verlauf eingeschränkt +++

Ein gestörter Geruchssinn oder gar dessen vollständiger Verlust gehört zu den häufigsten Symptomen einer Infektion mit Sars-CoV-2. Besonders oft betroffen sind offenbar Patienten mit mildem Erkrankungsverlauf, so das Fazit einer europäischen, im Fachblatt «Journal of Internal Medicine» vorgestellten Studie.

Während die meisten Erkrankten nach durchschnittlich drei Wochen wieder riechen können, berichten einige noch Monate später von gestörten Sinneswahrnehmungen. In die Untersuchung der Wissenschaftler um den Mediziner Jerome Lechien von der Universität Paris-Saclay gingen Daten von 2581 Covid-19-Patienten aus 18 europäischen Krankenhäusern ein, die von März bis Juni 2020 erhoben wurden. 2194 der Patienten hatten einen milden Covid-19-Verlauf (85 Prozent), 110 einen mittelschweren (4,3 Prozent) und 277 (10,7 Prozent) erkrankten schwer.

Geruchssinn in manchen Fällen zwei Monate beeinträchtigt

Basierend auf einer Befragung kamen Riechstörungen in der Gruppe mit milden Verläufen bei 85,9 Prozent, bei den moderaten Fällen bei 4,5 Prozent und in der Gruppe mit ernsthaften bis kritischen Verläufen bei 6,9 Prozent vor. Im Durchschnitt dauerte es nach Auskunft der Betroffenen gut drei Wochen, bis sie wieder normal riechen konnten. Fast ein Viertel der Erkrankten gab an, selbst nach 60 Tagen noch einen gestörten Geruchssinn gehabt zu haben.

+++ Baden-Württemberg will gegen Überfüllung touristischer Ziele vorgehen +++

Das Land will gegen die Überfüllung von Ski- und Wandergebieten vorgehen und Tagesausflüge einschränken. “Die Menschen müssen wissen, dass wir sie wieder nach Hause schicken, wenn es im Schwarzwald oder auf der Schwäbischen Alb zu voll wird”, sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Freitag im Landtag mit Blick auf die Ski- und Wandergebiete. Er habe mit Sozialminister Manne Lucha (Grüne) und Innenminister Thomas Strobl (CDU) verabredet, dass diese mit den Kommunen entsprechende Maßnahmen wie Straßenkontrollen oder Parkplatzsperren vorbereiten sollen. Am vergangenen Wochenende waren zahlreiche Touristenorte im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb trotz des Corona-Lockdowns überfüllt gewesen.

+++ EU sichert sich 300 Millionen Dosen Corona-Impfstoff von Biontech +++

Die EU-Kommission schloss einen Vertrag über weitere bis zu 300 Millionen Dosen des Biontech-Pfizer-Impfstoffs ab. Das gab EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Freitag bei einer Erklärung in Brüssel bekannt. 75 Millionen Impf-Dosen sollen davon bereits im zweiten Quartal des Jahres 2021 zur Verfügung gestellt werden.

+++ Hans: Kampf gegen Corona “noch ein langer, schwieriger Weg” +++

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat die Bürger im Kampf gegen Corona auf weiter harte Zeiten eingestimmt: “Trotz begonnener Impfungen sind wir ganz weit davon entfernt, Entwarnung geben zu können”, sagte Hans am Freitag in einer Regierungserklärung im saarländischen Landtag. Dennoch gebe es Zuversicht, dass die Corona-Pandemie noch dieses Jahr bewältigt werden könne. “Dies ist jedoch noch ein langer, schwieriger Weg.”

Es bestehe die Gefahr, dass die neue Corona-Variante B.1.1.7, die bereits in Deutschland angekommen und in Luxemburg nachgewiesen worden sei, die Pandemie-Situation erheblich verschärfe, sagte Hans. “Damit müssen wir rechnen.» Und dagegen müsse Vorsorge getroffen werden. Angesichts der “ernsten Situation” sei eine Verlängerung des Lockdowns bis Ende Januar mitsamt einer teilweisen Verschärfung der Maßnahmen beschlossen worden. Hans appellierte an die Saarländer: “Suchen Sie bitte nicht nach Schlupflöchern in unseren aktuellen Regelungen! Reduzieren Sie freiwillig Ihre Kontakte auf ein absolutes Minimum! Bleiben Sie, wenn es irgend geht, zu Hause!”

Er wolle “keine Regelungen erlassen, die noch härter sind als die jetzigen. Ich möchte keine Ausgehverbote wie etwa bei unserem Nachbarn Frankreich oder andernorts. Ich möchte so wenig staatlichen Zwang wie möglich”, sagte er weiter. Die Belastungen für die Bürger seien jetzt schon hoch. “Wir wissen aber auch: Je härter wir nun eingreifen, je mehr wir die Impfungen forcieren, desto schneller öffnet sich uns wieder der Weg in die Lockerung, in die Normalität, die wir uns alle so sehr herbeisehnen.”

+++ Unbekannte randalieren am Impfzentrum Rostock – Täter flüchtig +++

Unbekannte haben am Impfzentrum in Rostock randaliert und Schäden in noch unbekannter Höhe angerichtet. Wie ein Polizeisprecher am Freitag sagte, wurden nach einer ersten Übersicht unter anderem mehrere mobile Heizgeräte umgeworfen. Da diese wohl nicht mit Kraftstoff befüllt waren, sei zum Glück kein Feuer ausgebrochen. Die Geräte standen in einem Zelt, was vor den festen Räumen des Impfzentrums in den Messeräumen aufgebaut ist. Der Fall sei einer Polizeistreife kurz nach Mitternacht aufgefallen. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

+++ Corona-Mutation in Sachsen nachgewiesen +++

In Sachsen wurde auch eine neue Variante des Coronavirus nachgewiesen. Das Gesundheitsministerium in Dresden teilte am Donnerstag mit, dass die Virus-Mutation bei einer Person aus Dresden aufgetreten sei, die aus Großbritannien zurückgekehrt sei. Erstmals war die Corona-Mutation aus England in Deutschland an Heiligabend nachgewiesen worden. Betroffen war eine Frau in Baden-Württemberg, die aus Großbritannien eingereist war. Die Variante ist nach Einschätzung von Wissenschaftlern deutlich ansteckender als die bisher bekannte Version.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zeigte sich besorgt über die Mutation. Sollte es sich auch hierzulande ausbreiten, müssten sich die Deutschen auf noch mehr Einschränkungen einstellen, sagte er dem “Kölner Stadt-Anzeiger” (Freitag). “Dann sind natürlich viel drastischere Maßnahmen notwendig, um das Gleiche zu erreichen. Wir haben alle Angst vor einer dritten Welle mit der neuen Mutation”, sagte Lauterbach. Mehr zum Thema Corona-Mutation lesen Sie hier.

+++ Sachsen fordert höheren Impfstoff-Anteil für sich +++

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) forderte eine Änderung der Impfstrategie. “Bisher erfolgt die Verteilung des Impfstoffes nach der Einwohnerzahl der Bundesländer. Ich glaube, dass auch andere Faktoren bei neuen Lieferungen eine Rolle spielen sollten”, sagte die Ministerin laut Mitteilung vom Donnerstagabend. So müsse etwas ein hoher Anteil älterer Menschen berücksichtigt werden. In Sachsen lebten eine Million Menschen, die älter als 65 Jahre seien. Das Bundesland ist besonders stark von der Pandemie betroffen.

+++ Biontech liefert weiteren Impfstoff +++

Die Bundesländer sollen an diesem Freitag eine neue Lieferung des Corona-Impfstoffs von Biontech erhalten. Sie sollen insgesamt knapp 668.000 Impfdosen bekommen. Die Lieferung soll direkt vom Hersteller Biontech an die 27 Anlieferzentren der Länder gehen. Den größten Anteil erhält das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 141.375 Dosen. Den kleinsten Anteil bekommt Bremen mit 4875 Dosen. In dieser Größenordnung war die Lieferung auch angekündigt worden. Seit dem Beginn der Impfkampagne Ende Dezember ist das Mittel mindestens 417.060 Menschen gespritzt worden, wie das Robert Koch-Institut am Donnerstag (Stand 11.00 Uhr) mitgeteilt hatte. Mehr zum Thema Corona-Impfstoffe erfahren Sie hier.

+++ SPD macht weiter Druck bei Kinderkrankentage-Regelung +++

Die SPD-Fraktion im Bundestag macht weiter Druck für eine schnelle Regelung der von Bund und Ländern vereinbarten Verdopplung der Kinderkrankentage in diesem Jahr. “Eltern, die Kinder pandemiebedingt zu Hause betreuen müssen, brauchen jetzt dringend Planungssicherheit und zusätzliche Unterstützung”, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sabine Dittmar, der Deutschen Presse-Agentur. Man setze sich derzeit für eine rasche gesetzliche Lösung zur Klärung der Details für die Inanspruchnahme der zusätzlichen Krankentage ein. Zuvor hatte bereits SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich auf Tempo gedrängt.

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sba/news.de/dpa