Coronavirus-News am Donnerstag: 32.195 Neuinfektionen! Ärzte warnen vor dritter Corona-Welle

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt auch an Weihnachten auf hohem Niveau. Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 32.195 neue Fälle und 802 Todesfälle binnen eines Tages übermittelt, wie das RKI am Donnerstag bekanntgab.

Coronavirus-News aktuell: Zahl der Neuinfektionen und Corona-Toten an Weihnachten

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Donnerstag bei 196,2. Am Dienstag war mit 197,6 ein Höchststand erreicht worden. Den mit Abstand höchsten Wert erreicht Sachsen: Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 425,7, also mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Es folgt Thüringen mit einem Wert von 327,9. Der niedrigste Wert wird in Mecklenburg-Vorpommern mit 95,6 verzeichnet.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 1.587 115 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 24.12., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg bis Donnerstag auf 28.770. Rund 1184.400 gelten nach Schätzungen inzwischen als genesen.

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Sieben-Tage-R-Wert laut RKI aktuell bei 0,92

BeimR-Wert sah das RKI in seinemLagebericht von Mittwochabend eine “zuletzt leicht sinkende Tendenz”. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag bei 0,92 (Vortag: 0,95). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 92 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Aktuelle Corona-News vom Donnerstag (24.12.2020) im Überblick

Die aktuellen Corona-Geschehnisse aus Deutschland lesen Sie hier in unserem News-Ticker.

+++ Bericht: NRW untersagt Testverweigerern Zugang zu Alten- und Pflegeheimen +++

Die nordrhein-westfälische Landesregierung untersagt Besuchern, die einen Schnelltest ablehnen, den Zugang zu Alten- und Pflegeheimen. Die betreffenden Allgemeinverfügungen würden mit Wirkung vom Donnerstag entsprechend geändert, sagte eine Sprecherin von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann der Düsseldorfer “Rheinischen Post” vom Donnerstag. Demnach ist Besuchern, die angebotene Schnelltests (PoC-Test) ablehnen, der Zutritt zu verweigern.

“Dies gilt nicht, wenn medizinischen Gründe glaubhaft gemacht werden können, die der Durchführung dieser Testung entgegenstehen”, sagte die Ministeriumssprecherin demnach weiter. Auch werde der Zutritt nicht verweigert bei dem Nachweis, dass innerhalb von 72 Stunden vor dem beabsichtigten Besuch bereits eine PoC-Testung mit negativem Ergebnis vorgenommen wurde.

+++ Ärzte warnen vor dritter Coronavirus-Welle +++

Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat zu Weihnachten an die Bundesbürger appelliert, ihre Kontakte auf ein Minimum zu beschränken und die zulässigen Höchstgrenzen für Zusammenkünfte möglichst nicht auszureizen. “Ich appelliere noch einmal eindringlich an alle, sich gerade über die Feiertage vernünftig zu verhalten”, sagte der Präsident der Bundesärztekammer der Düsseldorfer “Rheinischen Post” (Donnerstagsausgabe). “Eine dritte, noch stärkere Infektionswelle würde unser Gesundheitssystem überlasten.”

+++ Impfstart-Vorbereitungen laufen – Appell zu Vernunft an Weihnachten +++

Vor dem Start der Corona-Impfungen in Deutschland appellieren Ärzte zur Vernunft an Weihnachten. Auch beim Einsatz von Corona-Schnelltests müssten die Corona-Regeln über die Festtage eingehalten werden, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, der “Rheinischen Post” (Donnerstag). Diese Tests hätten durchaus ihre Berechtigung, “aber ich warne vor einer Scheinsicherheit dieser Testergebnisse: Ein negatives Testergebnis, beispielsweise vor Familienfeiern, darf nicht zu einem sorglosen Umgang verleiten.” Negative Testergebnisse seien immer nur eine Momentaufnahme und können am nächsten Tag schon positiv ausfallen.

Auch der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens, appellierte, Kontakte über Weihnachten zu meiden. “Nur maximale Kontaktbeschränkungen können verhindern, dass wir im Januar eine dritte Welle bekommen”, sagte er der “Rheinischen Post”.

Derweil laufen die Vorbereitungen zum Impfstart in Deutschland auf Hochtouren. Die ersten Impfungen sind am Sonntag direkt nach Weihnachten geplant. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hofft auf eine schnelle Durchimpfung der Bevölkerung, um die Pandemie zu überwinden. Mit dem Start der Corona-Schutzimpfungen sei ein Wendepunkt erreicht, sagte der frühere Laborarzt der Deutschen Presse-Agentur.

+++ Studie: Rund 3 Prozent der Münchner bisher mit Corona infiziert +++

Einer großangelegten Antikörper-Studie zufolge haben sich in München bis November knapp 3,3 Prozent der Einwohner mit dem Coronavirus infiziert. Damit habe sich die Zahl derjenigen, die Antikörper gegen das Sars-CoV-2-Virus entwickelt haben, seit der ersten Welle fast verdoppelt, teilten die Forscher der Infektions- und Tropenmedizin der Uniklinik München mit. Es ist die erste große Studie bundesweit, die Ergebnisse über die Infektionszahlen in der zweiten Welle liefert.

Zu Beginn der neuen Testrunde waren bei den Gesundheitsbehörden rund 1,5 Prozent der Münchner als Corona-positiv registriert gewesen. Damit lag die tatsächliche Zahl der Infizierten etwa zweimal so hoch. In der ersten Runde hatte der Anteil der damals in der Studie nachgewiesenen Infektionen viermal höher gelegen als bekannt. Dass die Dunkelziffer nun geringer sei, zeige auch, dass sich die Teststrategie in Bayern bewähre, sagte Studienleiter Michael Hoelscher.

Die Wissenschaftler um Hoelscher hatten in einer ersten Runde der Untersuchung vom 5. April bis 10. Juni rund 5300 Menschen aus repräsentativ ausgewählten Haushalten untersucht. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten gut 1,7 Prozent der Menschen Antikörper entwickelt. Die Sterblichkeit der Infizierten in der ersten Runde lag nach einer neuen Berechnung bei 0,47 Prozent – und damit um ein Vielfaches über der von saisonalen Grippeinfektionen.

Waren die Forscher im Frühjahr noch persönlich in Teams in den Haushalten erschienen, um den Menschen Blut abzunehmen, schickten sie nun Anfang November den Testteilnehmern ein Kit zur Selbstblutabnahme per Fingerprick zu mit der Bitte, einige Blutstropfen auf ein Filterpapier zu tupfen und dieses per Post zurückzuschicken. Bis zum 9. Dezember gingen gut 4250 Blutproben ein.

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sba/news.de/dpa