Coronavirus-News am 03.03.2021: 31 Mitarbeiter infiziert! Infektionsausbruch in Fleischfabrik

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9.019 Corona-Neuinfektionen gemeldet – und damit gute 1.000 mehr als vor genau einer Woche. Das geht aus Zahlen des RKI vom Mittwoch (03.03.2021) hervor. Am gleichen Tag kommen Bund und Länder erneut zusammen und beraten mit Kanzlerin Angela Merkel darüber, wie vehement geforderte Öffnungen und Lockdown-Lockerungen angesichts der derzeit wieder steigenden Neuinfektions- und Inzidenzzahlen möglich sein sollen.

Coronavirus-Pandemie aktuell: 9.019 Neuinfektionen und 418 Todesfälle binnen 24 Stunden gemeldet

Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 418 weitere Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 8.007 Neuinfektionen und 422 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 5.35 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Sieben-Tage-Inzidenz am 03.03.2021 leicht gesunken – bundesweiter Wert jetzt bei 64,0

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 64,0 – und damit etwas niedriger als am Vortag (65,4). Vor vier Wochen, am 3. Februar, hatte die Inzidenz noch bei 82,9 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Der Höchststand von 1.244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden – er enthielt jedoch 3.500 Nachmeldungen.

So viele Menschen sind in Deutschland bislang an Covid-19 erkrankt und gestorben

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.460.030 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 03.03., 5.35 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.274.400 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 70 881.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstag bei 0,94 (Vortag 1,01). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 94 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Die aktuellen Corona-News am Mittwoch im Überblick

+++ 31 Corona-Infektionen bei einem Westfleisch-Werk +++

Wegen Corona-Infektionen sind beim fleischverarbeitenden Unternehmen Westfleisch zahlreiche Mitarbeiter in Quarantäne. Bei den täglichen Tests aller Beschäftigter seien in den vergangenen zwei Wochen am 1000-Mitarbeiter-Werk in Hamm-Uentrop 31 Infektionen festgestellt worden, teilte Westfleisch am Mittwochabend in Münster mit. Die positiv Getesteten seien isoliert worden und allesamt in einer separaten Unterkunft untergebracht. Man stehe im engen Austausch mit der Stadt Hamm, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Zuvor hatte der Westdeutsche Rundfunk berichtet. Auf dem Werk werden Rinder und Schweine geschlachtet und zerlegt.

Neben den Infizierten kamen Firmenangaben zufolge 63 Kontaktpersonen ersten Grades in Quarantäne – so ist es behördlich vorgeschrieben. Weitere 85 Mitarbeiter sind ebenfalls Quarantäne, obwohl sie dies nicht sein müssten – dies als «reine Vorsichtsmaßnahme», so das Unternehmen. Insgesamt kamen also 179 Menschen in Quarantäne. Westfleisch und der Konkurrent Tönnies sorgten im vergangenen Jahr mit größeren Corona-Ausbrüchen für Aufsehen, was ihnen scharfe Kritik an den Arbeitsbedingungen einbrachte. Danach setzten die Betriebe auf umfassende Tests.

+++ RKI: Ansteckendere Corona-Variante in 46 Prozent der positiven Proben +++

Die Verbreitung der zuerst in Großbritannien nachgewiesenen Corona-Variante B.1.1.7 in Deutschland hat laut Robert Koch-Institut (RKI) weiter zugenommen. Ihr Anteil an einer Stichprobe von knapp 25 000 positiven Fällen aus der vergangenen Woche betrage rund 46 Prozent, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten RKI-Bericht. Zu Beginn der Erhebung, vor rund einem Monat, hatte das RKI den Anteil der Mutante noch auf sechs Prozent beziffert, zwei Wochen später waren es 22 Prozent. Schätzungen, wonach nun ungefähr die Hälfte der Fälle auf B.1.1.7 zurückgehen, waren bereits am Dienstag bekannt geworden.

Der Anteil von 46 Prozent bezieht sich auf Nachtestungen mehrerer Laborverbünde auf Schlüsselmutationen der Variante. Er kann laut RKI “nicht sicher auf alle Sars-CoV-2-positiven Proben in Deutschland übertragen werden”. Der Bericht stützt sich noch auf weitere Datenquellen: Blickt man etwa auf komplette Erbgutanalysen, die seltener durchgeführt werden, aber als eindeutiger Nachweis gelten, sind es rund 22 Prozent Mutante. Die rasch wachsende Tendenz des Variantenanteils wird aber unabhängig von der Methodik beobachtet.

Das RKI schreibt, es sei mit einer weiteren Zunahme des Anteils von B.1.1.7 zu rechnen. Es handelt sich um eine ansteckendere Variante, die ersten Studien zufolge auch häufiger schwere Verläufe verursacht. Erwartet wird, dass sich mit der Ausbreitung die Eindämmung der Pandemie erschwert.

Weitere Varianten, die etwa in Südafrika und Brasilien zirkulieren, spielen dem RKI-Bericht zufolge hierzulande bislang eine untergeordnete Rolle. Diese beiden Varianten werden von Gesundheitsbehörden ebenfalls als besorgniserregend eingestuft: Anders als bei der britischen Variante gibt es Hinweise, dass Sars-CoV-2-Genesene oder Geimpfte weniger gut vor einer Ansteckung mit dem veränderten Virus geschützt sind. Der Virologe Christian Drosten erklärte am Dienstag im “Coronavirus-Update» (bei NDR-Info): “Wir haben eigentlich keinen Grund zur Befürchtung, dass die Südafrika-Variante so stark zunimmt wie die England-Variante in einer Bevölkerung, die nicht immun ist.”

+++ Scholz will Corona-Einschränkungen für Geimpfte lockern +++

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) will derzeit geltende Einschränkungen wegen der Corona-Krise für Geimpfte zügig lockern. “Ich kann mir gut vorstellen, dass der Impf-Nachweis wie ein negativer Schnelltest genutzt werden kann. Geimpfte erhalten Zugang zu all jenen Orten, die ansonsten nur mit einem Schnelltest zugänglich sind”, sagte er der “Süddeutschen Zeitung”. Dabei bezog sich Scholz auf erste Studien, die nahelegten, dass Geimpfte die Krankheit womöglich nicht mehr übertragen und damit kein Ansteckungsrisiko darstellen würden.

Derzeit deutet sich an, dass Besuche von Theatern, Kinos oder Biergärten, abhängig vom regionalen Infektionsgeschehen, in absehbarer Zeit wieder möglich sein könnten – allerdings unter Vorlage eines tagesaktuellen Coronatests.

Die geltenden Beschränkungen griffen tief in die Rechte der Bürgerinnen und Bürger ein, sagte Scholz der Zeitung. Sie seien so lange gerechtfertigt, wie es einen schwerwiegenden Grund gebe.

+++ Umfrage: Immer mehr Deutsche wollen sich gegen Corona impfen lassen +++

Eine große Mehrheit der Deutschen will sich laut einer Umfrage so schnell wie möglich gegen das Coronavirus impfen lassen. 73 Prozent der Befragten beabsichtigen eine Impfung, sobald sie die Chance dazu haben, wie die am Mittwoch veröffentlichte Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa für das RTL/ntv-“Trendbarometer” ergab. Zum Vergleich: Mitte Februar lag der Anteil derer, die eine Impfung wollen, laut Forsa-Umfrage noch bei 68 Prozent. 12 Prozent gaben bei der aktuellen Erhebung an, weiterhin erstmal abwarten zu wollen – 8 Prozent verzichten lieber ganz auf ein Corona-Vakzin.

+++ Nur wenig Kreise mit Inzidenz von unter 35 +++

Lediglich jeder achte Landkreis in Deutschland liegt bei der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz derzeit unter der politisch definierten Schwelle von 35. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts von Mittwochmorgen hervor. Demnach wurden zuletzt in 55 von etwas mehr als 400 erfassten Landkreisen und kreisfreien Städten weniger als 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche registriert. In rund 250 Kreisen lag die Inzidenz bei über 50 – in 57 Kreisen und kreisfreien Städten lag sie sogar bei über 100.

Auf Ebene der Bundesländer liegt bislang kein Land unter dem Wert von 35. Besonders niedrig war die Inzidenz laut RKI zuletzt in Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein mit jeweils knapp unter 50. Fachleute gehen wegen der Verbreitung ansteckender Varianten nicht davon aus, dass die Inzidenz in nächster Zeit flächendeckend fällt.

Am 3. März 2021 zählte das Robert-Koch-Institut gut 9.000 Coronavirus-Neuinfektionen binnen 24 Stunden – deutlich mehr als eine Woche zuvor. Bild: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow

+++ Hamburger Kitas gehen am 15. März wieder in den Regelbetrieb +++

Die Hamburger Kindertagesstätten gehen am 15. März aus dem Not- in einen eingeschränkten Regelbetrieb. Dies werde parallel mit dem Wiederanfahren des Schulbetriebs nach dem Ende der Frühjahrsferien erfolgen, sagte der Sprecher der Sozialbehörde, Martin Helfrich, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Für einen besseren Infektionsschutz seien für Kita-Mitarbeiter zwei Corona-Schnelltests pro Woche vorgesehen. In einer vierwöchigen Anlaufphase würden die Tests kostenlos von der Stadt gestellt, im Anschluss seien die Kita-Träger dafür verantwortlich.

Zudem sind Erzieherinnen und Erzieher laut Helferich ab sofort zur Corona-Schutzimpung aufgerufen. Auch andere Kita-Beschäftigte, die direkten Kontakt zu den Kindern haben, könnten im Zentralen Impfzentrum einen Termin vereinbaren und sich impfen lassen. Betroffen seien gut 20 000 Personen.

Die Hamburger Kitas waren am 25. Januar in den sogenannten erweiterten Notbetrieb gegangen. Die Betreuung war auf dringende Fälle – etwa Berufstätigkeit der Eltern in wichtigen Bereichen oder individuelle Notfälle – begrenzt.

+++ Bremen erlaubt das Einkaufen nach Voranmeldung +++

Als eine Lockerung der Corona-Auflagen erlaubt das Bundesland Bremen die Öffnung von Geschäften für einzelne Kunden nach Voranmeldung. Dieser Beschluss des Senats werde in den kommen Tagen in Kraft treten, sagte ein Sprecher der Landesregierung am Mittwoch. Vorher müsse das Parlament, die Bremische Bürgerschaft, zustimmen.

+++ Spahn will Impfgeschwindigkeit erhöhen +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) möchte die Geschwindigkeit bei den Impfungen gegen das Corona-Virus weiter erhöhen. “Wir haben jetzt fünf Prozent der Deutschen erstgeimpft. Aber klar: Es braucht mehr Tempo”, sagte Spahn am Mittwoch im ARD-“Morgenmagazin”. Dazu solle in den Impfzentren nun mit einem “prinzipiengeleiteten Pragmatismus” flexibler entschieden werden, wer geimpft werden kann. Dabei sollten die Zentren aber weiterhin der festgelegten Einordnung in Impfgruppen folgen.

Spahn verwies zudem darauf, dass der Zeitraum zwischen Erst- und Zweitimpfung beim Impfstoff von Biontech/Pfizer auf sechs Wochen verlängert werden könne, beim Impfstoff von Astrazeneca auf zwölf Wochen. So sollen mehr Menschen schneller eine erste Impfung erhalten. Neuen Studien zufolge wirke der Astrazeneca-Stoff auch bei Menschen über 65 Jahren sehr gut. Deshalb habe er die Ständige Impfkommission (Stiko) gebeten, ihre Empfehlungen anzupassen.

+++ Landkreistag fordert Ladenöffnungen schon ab Montag +++

Die deutschen Landkreise haben vor den Bund-Länder-Beratungen rasche Lockerungen und Geschäftsöffnungen schon ab Montag gefordert. “Es braucht beim Bund-Länder-Treffen die Ansage, dass Geschäfte dort, wo die Corona-Lage im Griff ist, ab Montag wieder Kunden begrüßen dürfen”, sagte der Präsident des Landkreistags, Reinhard Sager, der “Neuen Osnabrücker Zeitung”(Mittwoch). Voraussetzung seien Maske und Abstand – die Läden hätten aber die Wirksamkeit ihrer Hygienekonzepte bereits nachgewiesen.

Da es weniger Intensivpatienten und mehr Geimpfte gebe, sei es nicht akzeptabel, dass Baumärkte oder Friseure öffnen dürften und der Einzelhandel “weiter dichtbleiben soll”, betonte Sager. Er forderte auch, dass etwa Ferienwohnungen über Ostern vermietet werden sollten. “Wir dürfen das Land nicht auch Ostern noch im Lockdown lassen, sollte sich das Infektionsgeschehen nicht wesentlich verschlechtern.”

Die Lockerungsbeschlüsse der Bund-Länder-Beratungen müssten “deutlich über die Pläne hinausgehen, die bis zum Dienstag bekanntgeworden sind”, sagte Sager. Am Dienstag war eine Beschlussvorlage öffentlich geworden, laut der der Lockdown zwar grundsätzlich bis zum 28. März verlängert werden könnte – allerdings mit Aussicht auf einzelne Lockerungen, abhängig von den jeweiligen Sieben-Tage-Inzidenzen.

Alle aktuellen Beschlüsse des Corona-Gipfels hier im Überblick

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loc/news.de/dpa