Coronavirus News aktuell: Vor Corona-Gipfel mit Merkel! Lockdown soll bis 31. Januar verlängert werden

Mit Spannung blickt Deutschland dem bevorstehenden Corona-Gipfel entgegen. Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 9847 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 302 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Eine Verlängerung des Lockdown scheint unvermeidbar.

Corona-Zahlen am Montag mit Neuinfektionen, R-Wert und Verstorbenen

Eine Interpretation der Daten bleibt weiter schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am Mittwoch (30. Dezember) erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Sachsen und Thüringen mit den höchsten Inzidenzen

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Montagmorgen bei 139,4. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Montag Sachsen mit 323,0 und Thüringen mit 251,4. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 78,2.

Bislang 34.574 Corona-Tote in Deutschland

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.775.513 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 04.01., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 34.574. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.401.200 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Sonntag bei 0,91 (Samstag: 0,95). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 91 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betont aber, dass der R-Wert wegen der Verzögerungen gegebenenfalls unterschätzt werde.

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Coronavirus-News aus Deutschland vom Montag (04.01.2021) im Überblick

Die aktuellen Geschehnisse rund um die Coronavirus-Pandemie lesen Sie hier in unserem News-Ticker zur aktuellen Corona-Lage.

+++ Touristen-Ansturm: Wintersportorte in NRW schließen Parkplätze +++

Nach einem beispiellosen Ansturm von Schnee-Touristen am Wochenende hat die Eifel-Gemeinde Hellenthal in Nordrhein-Westfalen die Zufahrt zu Parkplätzen an den Ausflugszielen mit Bauzäunen abgesperrt. Alleine auf einem großen Parkplatz hätten am Sonntag etwa 1300 Autos geparkt, sagte ein Sprecher der Stadt am Montag. Erstmals seien Besucher auch auf die Dörfer und Weiler der 8000-Einwohner-Gemeinde nahe der belgischen Grenze ausgewichen. «Die Besucher kamen in Strömen», sagte der Sprecher. Wiesen und die Seitenränder einer Bundesstraße seien zugeparkt worden. Am Montag seien Mitarbeiter aus der Verwaltung vor Ort, um die Parkverbote durchzusetzen.

In Winterberg sind bereits seit Sonntag Pisten und Parkplätze gesperrt. Das Betretungsverbot soll Tagestouristen davon abhalten, die verschneiten Rodel- und Skihänge zu stürmen wie in den vergangenen Tagen. Am Vormittag sei es zunächst weitgehend ruhig geblieben, sagte eine Sprecherin der Stadt am Montag.

+++ Lockdown soll bis bis 31. Januar verlängert werden +++

 Laut Informationen der “Bild” sollen sich Bund und Länder auf eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 31. Januar geeinigt haben 

+++ Experten: Neue Corona-Variante könnte Eindämmung schwieriger machen +++

Die neue Corona-Variante B.1.1.7 könnte die Eindämmung der Pandemie schwieriger machen. Es erscheine anhand der verfügbaren Daten wahrscheinlich, dass die Variante bald auch in Deutschland dominierend sein werde, erklärte der Virologe Jörg Timm von der Uniklinik Düsseldorf der Deutschen Presse-Agentur. “Ich halte eine Senkung der Fallzahlen grundsätzlich für eine nachhaltige Infektionskontrolle für notwendig. Wenn die Daten zur erhöhten Ansteckungsfähigkeit der neuen Variante stimmen – und davon gehe ich aus – dann wird die Aufgabe sicherlich schwieriger.”

Adam Lauring, ein Experte für Evolution von RNA-Viren an der US-amerikanischen Universität Michigan, sagte in einem Podcast: “Entscheidungsträger werden darüber nachdenken, was sie mit Blick auf Corona-Regeln tun müssen.” Weil sich Varianten schneller ausbreiteten, müssten solche Maßnahmen strenger sein, um den gleichen Effekt bei der Eindämmung zu erzielen. “Wir müssen besser bei den Maßnahmen werden, um das Virus zu kontrollieren. Falls nicht, werden wir mehr Corona-Fälle sehen.” Das bedeute dann auch mehr schwere Erkrankungen und mehr Tote.

B.1.1.7 war zuerst in Großbritannien nachgewiesen worden. Mittlerweile wurde die Variante auch in anderen Ländern bestätigt. In Deutschland sind bislang nur vereinzelt Fälle bekannt, etwa in Baden-Württemberg und in Nordrhein-Westfalen. Das Robert Koch-Institut erwartet aber, dass weitere Fälle hinzukommen.

+++ Grüne: Betreuungsgarantie für Schüler und Kita-Kinder im Lockdown +++

Die Grünen fordern eine Betreuungsgarantie für Schüler und Kitakinder während des Lockdowns. “Solang Schulen- und Kitas weiterhin geschlossen bleiben, müssen sich Bund und Länder auf eine Betreuungsgarantie verständigen”, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, der “Welt” (Montag). Eine Betreuung sollte demnach für alle sichergestellt werden, die es brauchen – “auch tageweise und ohne mühseliges Antragsverfahren.” Homeoffice sei keine adäquate Betreuungsmöglichkeit, sagte sie.

Am Montag beraten die Kultusminister der Länder über die Lage und das weitere Vorgehen, am Dienstag dann Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten. Schon am Wochenende zeichnete sich ab, dass der zunächst bis zum 10. Januar geltende Lockdown verlängert wird.

+++ AfD lehnt Verlängerung der Anti-Corona-Maßnahmen ab +++

Vor den Beratungen über künftige Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat sich die AfD strikt gegen eine Verlängerung der aktuell geltenden Kontaktbeschränkungen ausgesprochen. Partei-Vize Stephan Brandner sagte am Montag: “Statt mit immer neuen Einschränkungen zu agieren und den sogenannten Lockdown ins Unendliche zu verlängern, muss der Schutz der Risikogruppen im Vordergrund stehen.” Kritik übte Brandner auch an Überlegungen des Thüringer Ministerpräsidenten, Bodo Ramelow (Linke), die Bewegungsfreiheit der Bürger im Freistaat einzuschränken.

Ramelow hat dem Kabinett vorgeschlagen, nach dem Beispiel von Sachsen den Bewegungsradius der Menschen im Freistaat auf 15 Kilometer im Umkreis ihres Wohnortes zu beschränken. Entscheiden soll das Thüringer Kabinett am Dienstag nach der nächsten Gesprächsrunde der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Ramelow reagierte damit auch auf den Ansturm, den es am Wochenende auf die Wintersportgebiete im Thüringer Wald gab.

Brandner sagte, es sei falsch, gegen Familien vorzugehen, die versuchten, ihren unter den Beschränkungen leidenden Kindern ein paar frohe Stunden im Schnee zu ermöglichen. “Schikanen, Drangsalierungen, Einsperren”, die Linkspartei handele hier in bester SED-Tradition, kommentierte der stellvertretende Parteivorsitzende.

+++ Vogtland bleibt bei Corona-Zahlen Negativ-Spitzenreiter +++

Der Vogtlandkreis bleibt in der Corona-Pandemie bundesweit negativer Spitzenreiter. Am Montag wurden pro 100 000 Einwohner 631,9 Neuinfektionen binnen sieben Tagen registriert. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Damit ist der Sieben-Tage-Wert im Vogtland zwar niedriger als in den vergangenen Tagen, aber immer noch deutlich höher als in den anderen Regionen. Der Landkreis Meißen liegt auf dem zweiten Platz mit einem Sieben-Tage-Wert von 530. Bundesweit liegt der Wert im Schnitt bei 139,4. Allerdings bleibt eine Interpretation der Daten weiter schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

Insgesamt liegt der Sieben-Tage-Wert in Sachsen aktuell bei 323 und damit weiterhin bundesweit am höchsten.

+++ Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister für längeren Lockdown +++

Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg ist dafür, die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus bis Ende Januar zu verlängern. Er persönlich präferiere eher diese Variante, sagte der FDP-Politiker am Montag in Kiel der Deutschen Presse-Agentur. Er wolle aber dem Ergebnis der Ministerpräsidentenkonferenz nicht vorgreifen. Die Regierungschefs der Länder wollen am Dienstag mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) entscheiden, wie es angesichts der nach wie vor hohen Infektionszahlen weitergeht. Es wird eine Verlängerung der Einschränkungen erwartet, die zunächst bis kommenden Sonntag in Kraft sind.

Die Jamaika-Koalition in Kiel werde weiter darüber diskutieren, ob die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie um 14 Tage oder bis Ende Januar verlängert werden sollen, sagte Garg. “Beide Varianten haben aus meiner Sicht Vor- und Nachteile.” Er sei absolut davon überzeugt, dass es richtig ist, die Maßnahmen zu verlängern. Wichtig für weitere Entscheidungen sind aus Gargs Sicht valide Daten zum Infektionsgeschehen über Weihnachten und Neujahr, die noch nicht vorliegen. «Das wird irgendwann um den 15./16. Januar der Fall sein.”

+++ Lauterbach für “konsequenten” und nicht befristeten Lockdown +++

Am Montag beraten die Kultusminister der Länder über die Lage, am Dienstag dann Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten. Sorge bereitet insbesondere eine Mutation des Coronavirus. Schon am Wochenende zeichnete sich ab, dass der zunächst bis zum 10. Januar geltende Lockdown verlängert wird. Die Ministerpräsidenten, deren Länder besonders stark von der zweiten Infektionswelle betroffen sind, forderten eine Lockdown-Verlängerung um weitere drei Wochen bis Ende Januar. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach plädierte in der “Passauer Neuen Presse” (Montag) für einen “konsequenten” und zeitlich nicht befristeten Lockdown. “Wir müssen die Neuinfektionen deutlicher reduzieren als bisher geplant. Ein Inzidenzwert von 50 reicht nicht aus, weil wir es in Zukunft wahrscheinlich mit einer Virus-Variante zu tun haben werden, die wesentlich ansteckender ist als die bisher in Deutschland verbreitete.”

+++ Spahn ruft Mitarbeiter im Gesundheitswesen zur Corona-Impfung auf +++

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Mediziner und Pflegekräfte im Gesundheitswesen dazu aufgerufen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. “Es ist ein Gebot der Vernunft und der Solidarität, dass diejenigen, die im Gesundheitswesen arbeiten, sich ebenfalls impfen lassen, zu ihrem eigenen Schutz und dem Schutz der ihnen anvertrauten Patienten”, sagte Spahn der “Rheinischen Post” (Montag). Er selbst werde sich sofort impfen lassen, wenn er an der Reihe sei. “Und ich möchte auch mit meiner Impfung davon überzeugen, dass es ein sicherer Impfstoff ist.” Zahlreiche Mitarbeiter im Gesundheitswesen hatten erklärt, sich nicht impfen lassen zu wollen.

+++ Saarlands Regierungschef warnt vor vorschnellen Lockerungen +++

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat vor vorschnellen Lockerungen in der Corona-Pandemie gewarnt – und dabei auch auf die neue Mutation des Virus verwiesen. Bund und Länder dürften keine weiteren Risiken eingehen, insbesondere mit Blick auf die neue Virus-Mutation B.1.1.7 mit ihrer erhöhten Ansteckungsgefahr, sagte Hans den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). “Unsere Krankenhäuser sind an der Grenze ihrer Belastbarkeit, und ohne eine Verlängerung des Lockdowns bekommen wir die Lage nicht dauerhaft in den Griff.”

Die in Großbritannien entdeckte Virus-Mutation war Ende des vergangenen Jahres auch in Deutschland nachgewiesen worden. Sie ist nach Einschätzung von Wissenschaftlern deutlich ansteckender als die bisher bekannte Version. Hans sagte, um eine dritte Corona-Welle zu verhindern, müsse man an einem “harten Lockdown” festhalten. “Vorschnelle Lockerungen können uns wieder im Kampf gegen die Pandemie zurückwerfen, das ist die leidvolle Lehre aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres.”

+++ Uneinigkeit beim Thema Schulöffnung nach dem 10. Januar +++

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) will die Schulen in ihrem Bundesland zunächst weiter geschlossen lassen. “Angesichts des Infektionsgeschehens und der unsicheren Datenlage bin ich Schulöffnungen im Präsenzunterricht zum 11. Januar gegenüber sehr skeptisch”, sagte sie der “Bild”-Zeitung (Montagsausgabe). “Jetzt kommt es darauf an, die Fortschritte des digitalen Lernens auszuschöpfen.” Es sei richtig, dass auch Schulen einen Beitrag leisten müssen, wenn der Lockdown verlängert werde. Dies eröffne die Möglichkeit, “dass unsere Schulen bald wieder Präsenzunterricht anbieten”.

Auch Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montag), eine vollständige Rückkehr zum Präsenzunterricht in allen Jahrgängen sei aufgrund der derzeitigen Infektionslage “nicht vorstellbar”. Weniger eindeutig scheint die Lage bei Grundschulen und Kitas, über deren Wiederöffnung die Meinungen stärker auseinander gehen als bei weiterführenden Schulen.

SPD-Chefin Saskia Esken bezeichnete eine schnelle Rückkehr der Schulen zum Regelbetrieb nach dem 10. Januar als “illusorisch”. Sie sagte der “Rheinischen Post” (Montag): “Die weiterführenden Schulen sollten ihre Schüler und Schülerinnen in den nächsten Wochen weiter in Distanz unterrichten.” Auch wenn die Infektionszahlen Ende Januar erste Lockerungen möglich machten, werde volle Präsenz nur in den Grundschulen möglich sein. Auch die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Montag): “Es spricht sehr viel dafür, dass Wechsel- und Distanzunterricht in den kommenden Wochen mit Blick auf die Corona-Pandemie das Gebot der Stunde bleiben.”

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, plädierte in der “Passauer Neuen Presse” (Montag) für eine Verlängerung des eingeschränkten Präsenzbetriebs um drei weitere Wochen bis Ende Januar. Vorrangig sollten Grundschulkinder, Unterstufenschüler und Schüler der Abschlussklassen in den Wechselbetrieb zurückgeholt werden.

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sba/news.de/dpa