Cartoonlobby sucht Lagerräume

Die Suche nach einem neuen Standort für das geschlossene Cartoonmuseum Brandenburg wird vorläufig aufgegeben. Alternativen für den bisherigen Standort in Luckau seien bislang weder auf kommunaler noch auf Landesebene gefunden worden, teilte der Trägerverein Cartoonlobby am Freitag in Zeesen bei Berlin mit. Im Vordergrund stehe nun, wenigstens Depoträume für die Sammlung zu finden.

Der zehnjährige Mietvertrag für die bisherigen Räumlichkeiten läuft den Angaben zufolge Ende Januar aus. Der Landkreis Dahme-Spreewald habe den Vertrag nicht verlängert, weil er die Räume inzwischen selbst benötige. „Nun steht das gesamte Projekt vor dem Aus“, hieß es.

Andreas Nicolai, der Chef des Cartoonmuseums, bei einem Treffen mit dem Karikaturisten Klaus Stuttmann.Foto: Lars von Törne

Eine Lösung für die Aufbewahrung der Sammlung würde sich abzeichnen, wenn die Cartoonlobby-Stiftung mit Betriebsmitteln ausgestattet wäre oder diese als Fördermittel erhalten könnte, hieß es weiter. Mit 10.000 bis 20.000 Euro im Jahr wären gegebenenfalls Depotflächen anmietbar. Damit könnte eine sichere Grundlage für die Fortsetzung der Arbeit geschaffen werden.

Ausstellung bei der Gewerkschaft ver.di

„Es geht darum die Sammlung im Sinne eines ‘Forschungszentrums für Karikatur und Pressefreiheit’ zu lagern, weiterhin im Original wie digital der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und für die Nachwelt zu bewahren“, betonte Geschäftsführer Andreas Nicolai.

Cartoonmuseum Brandenburg
1 von 14Foto: Sammlung Museen für Humor und Satire

17.08.2019 17:37Dieses Bild von Reiner Schwalme ist eine von rund 40.000 Arbeiten im Bestand des Cartoonmuseums. Es entstand im Herbst 1989.

Zum Start in das Jahr 2021 werde zudem wie in den Vorjahren eine neue Ausstellung in der MedienGalerie der Gewerkschaft ver.di in Berlin-Kreuzberg gezeigt, hieß es. Während des Corona-Lockdowns werde sie zunächst als analog-digitale Präsentation in den Schaufenstern der MedienGalerie gezeigt.

Bis Ende Januar sammelt die Cartoonlobby noch Unterschriften für die Petition „Cartoonmuseum für die Hauptstadtregion retten!“ auf dem Portal www.openpetition.de/cartoonmuseumretten. Danach soll die Petition an den Ausschuss für Kultur und Medien des Bundestages eingereicht werden. (epd)