BR Volleys stehen vor dem Aus in der Champions League

Als Samuel Tuia den Ball in das gegnerische Feld beförderte, da ließ sich sogar Trainer Cedric Enard zu einem Jubel hinreißen. Euphorisch reckte er die Faust in die Höhe, klopfte Tuia auf den Rücken und fuhr ihm mit der anderen Hand über den Kopf. Kein Wunder: Das 9:9 im dritten Satz war ein wichtiger Punkt, der den Berlinern neues Selbstvertrauen schenkte. Denn beim Spiel gegen das italienische Topteam Itas Trentino am Donnerstagabend konnten die Berliner jeden Treffer gebrauchen. Doch am Ende sollte es nicht reichen für die Volleys in der Viertelfinal-Begegnung, mit 1:3 (19:25, 23:25, 28:26, 17:25) unterlagen sie den Italienern.

Itas Trentino war international ungeschlagen in das Spiel gegangen. Zehn Siege in zehn Champions-League-Spielen lautete ihre Bilanz in dieser Saison. Die Gastgeber hingegen mussten in der Königsklasse bereits zwei Niederlagen gegen das russische Spitzenteam Zenit Kasan hinnehmen. Am Donnerstag kam die nächste dazu.

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Vor allem im ersten Satz gelang es den Berlinern kaum, sich gegen Trentino zu behaupten. Den Angriffen von Nimir Abdel-Aziz, der sich scheinbar problemlos gegen den Berliner Block durchsetzen konnte, hatten sie nur wenig entgegenzusetzen. Und so gingen die Italiener – nicht zuletzt aufgrund einiger Aufschlagfehler der Gastgeber – zeitig mit 15:9 in Führung. Zwar verkürzten die Volleys dank ihres Diagonalangreifers Benjamin Patch, der einen wichtigen Punkt holte, den Abstand kurzzeitig. Letztlich beendeten die Gegner aber den Satz mit 25:19.

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Erfolgreicher starteten die Berliner in den zweiten Satz. Nach einer Aufschlagserie von Patch gingen sie mit 5:2 in Führung. Die Gegner kämpften sich jedoch mit teils spektakulären Rettungsaktionen bis zum Gleichstand von 11:11 zurück. Schließlich waren es erneut die Italiener, die den Satz – wenn auch sehr viel knapper – mit 25:23 gewannen.

“Für solche Mannschaften reicht das Niveau nicht”

Im dritten Satz bewiesen die Berliner Biss und Kampfgeist. Bis zum Ende erlaubten sie den Gegnern nicht, sich punktemäßig abzusetzen. Ein Treffer von Samuel Tuia (26:25) veranlasste die Spieler auf der Auswechselbank dazu, aufzuspringen und laut zu jubeln. Diesmal gelang es den Volleys dann auch, die Abwehr zu halten und Carle beendete den Satz mit 28:26. 

Im vierten Satz schien die Konzentration bei beiden Teams nachzulassen. Die Berliner vergaben zu viele Punkte durch Fehler im Service. Daher stellten die Volleys bereits zu Beginn des Satzes auf Twitter fest: „Gefühlt waren alle Trento-Punkte Aufschlagfehler.“ Und so konnten die Italiener auch diesen Satz mit 25:17 klar für sich entscheiden. „Die anderen haben mega-gut aufgeschlagen und wenige Fehler gemacht. Wir hingegen waren zu schwach heute und haben zu viele Fehler gemacht“, sagte Mittelblocker Anton Brehme im Anschluss an das Spiel. Nach dem erfolgreichen dritten Satz habe er gehofft, dass dadurch mehr Energie in das Spiel komme. „Aber wir konnten das nicht halten. Für solche Mannschaften reicht das Niveau nicht.“

Volleys-Manager Kaweh Niroomand resümierte später: „Den ersten Satz haben wir komplett verschlafen, aber im zweiten und dritten sind wir an sie rangekommen. Trotzdem gab es zu viele Fehler in der Annahme, damit hat Trentino eine Schwachstelle aufgedeckt.“ Seit Beginn der Saison würden die Berliner in der Annahme schwächeln. Er finde es schade, dass die Volleys im vierten Satz teilweise an sich selbst gescheitert seien. Trotzdem: „Sie sind nicht außerhalb unserer Reichweite, wenn die Eigenfehlerquote niedriger wäre.“ Vielleicht gelingt das ja beim Rückspiel in Trentino kommende Woche.