Borussia Mönchengladbach verpasst Sieg gegen Real Madrid ganz knapp

Fehlpässe von Toni Kroos sind in etwa so selten zu sehen wie Spiele von Borussia Mönchengladbach gegen seinen Arbeitgeber Real Madrid. Der Mittelfeldspieler gehört seit Jahren zu den sichersten Ballverteilern der Welt, hin und wieder landet aber auch ein Pass von Kroos beim Gegner. Besonders ärgerlich für den Nationalspieler wird es, wenn die Gegner seinen Fehler so exzellent ausnutzen wie die Borussia am Dienstagabend. Nach einer wunderbaren Kombination über Jonas Hofmann und Alassane Plea erzielte Marcus Thuram in der 33. Minute das 1:0 für Gladbach, in der zweiten Halbzeit legte der Franzose sogar noch ein zweites Tor nach (58.).

Wie schon im ersten Gruppenspiel gegen Inter Mailand reichte es dennoch nicht zum Sieg. Karim Benzema (87.) und Casemiro (90.+3) retteten Real Madrid beim 2:2 (1:0) einen Punkt.

Die Spanier hatten zwar von Beginn an ein optisches Übergewicht, die Gladbacher verteidigten aber meist konzentriert und ließen nur wenige Chancen zu. Viele Gelegenheiten hatten die Gastgeber auch nicht, doch sie nutzten diese in Person von Thuram sehr effizient.

Bis in die Schlussphase sah es nicht nach einem Comeback von Real aus, doch dann vermieden die Spanier, die schon das erste Gruppenspiel verloren hatten, durch zwei späte Tore doch noch den kompletten Fehlstart. Die Mannschaft von Trainer Marco Rose bleibt mit zwei Punkten Tabellenzweiter der Gruppe B und hat weiter alle Chancen auf das Achtelfinale. (Tsp)

Die Ergebnisse in der Übersicht:

  • Gruppe A: Lokomotive Moskau – FC Bayern München 1:2 (0:1)
  • Atletico Madrid – RB Salzburg 3:2 (1:1)
  • Gruppe B: Schachtar Donezk – Inter Mailand 0:0
  • Borussia Mönchengladbach – Real Madrid 2:2 (1:0)
  • Gruppe C: FC Porto – Olympiakos Piräus 2:0 (1:0)
  • Olympique Marseille – Manchester City 0:3 (0:1)
  • Gruppe D: FC Liverpool – FC Midtjylland 2:0 (0:0)
  • Atalanta Bergamo – Ajax Amsterdam 2:2 (0:2)

FC Bayern müht sich zum 13. Sieg in Folge

Joshua Kimmich (rechts) schoss den FC Bayern in Moskau zum Sieg.Foto: MAXIM SHIPENKOV / POOL / AFP

Der FC Bayern München hat auch sein zweites Gruppenspiel in der Champions League gewonnen. Nationalspieler Joshua Kimmich sorgte am Dienstagabend mit seinem technisch anspruchsvollen Volleyschuss für ein knappes 2:1 (1:0) bei Lokomotive Moskau, mit dem der Titelverteidiger in der russischen Hauptstadt als Tabellenführer frühzeitig die Weichen für das Achtelfinale stellen konnte.

Vor rund 7000 Zuschauern, die trotz hoher Corona-Zahlen in Moskau in der Arena dabei sein durften, schien die Münchner Siegesserie in der Champions League beinahe zu reißen. Beim 13. Erfolg nacheinander traf Nationalspieler Leon Goretzka in der 13. Minute mit dem Kopf.

Doch die lautstark unterstützten Gastgeber belohnten sich für ihre Gegenwehr und einen hohen läuferischen und kämpferischen Aufwand mit dem Ausgleichstor von Anton Mirantschuk (70.). Das Spiel schien da zu kippen. Der Außenseiter hätte die defensiven Nachlässigkeiten des Triple-Gewinners beinahe bestraft, konnte aber am Ende nach dem 2:2 im Auftaktspiel in Salzburg nicht erneut punkten.

Bayern-Coach Flick setzte wieder auf jene Elf, die zum Auftakt beim 4:0 gegen Atlético Madrid aufgetrumpft hatte. Thomas Müller wich wieder auf den rechten Flügel aus. Der Franzose Corentin Tolisso agierte dafür zentral im offensiven Mittelfeld. Und der Weltmeister, der 2017 für die damalige Münchner Rekordablöse von 41,5 Millionen Euro von Olympique Lyon gekommen war, wird zunehmend wertvolle für den Titelverteidiger. Der 26-Jährige bewegte viel und öffnete das Spiel oft mit guten Diagonalbällen – wie beim Tor. Tolisso schlug den Ball aus dem Zentrum auf den rechten Flügel. Benjamin Pavard flankte volley in den Strafraum, wo Goretzka den Ball ins kurze Eck köpfte.

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26.10.2020, 16:01 Uhr01:57 Min.Bayern-Reise nach Moskau: Müller will ‘Flow fortsetzen’

Eine Kopie dieses Spielzugs hätte fast das 2:0 eingebracht. Aber die komplett französische Variante über Tolisso und Pavard endet mit einem Pfostenschuss des sehr agilen Kingsley Coman (25.). Deutlich reifer wirkte das Münchner Spiel, dem die Moskauer viel Aufwand entgegensetzten. Die Bayern-Abwehr ließ den Lok-Angreifern zudem einige Male zu viel Raum. Fedor Smolow hatte gleich in der dritten Minute eine Großchance, köpfte den Ball aber Nationaltorhüter Manuel Neuer in die Arme. Und Mittelfeldspieler Daniil Kulikow sorgte mit einem Aufsetzer aus spitzem Winkel für eine gefährliche Aktion (41.).

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Bei der ersten von vier Auswärtspartien nacheinander behielt Flick auch die Belastungsverteilung im Blick. Der 55-Jährige brachte zur Pause den aus der Corona-Isolation zurückgekehrten Serge Gnabry sowie Javi Martínez für Thomas Müller und Torschütze Goretzka. Russlands Vizemeister versuchte alles, belohnte sich aber lange nicht.

Die Bayern wiederum zeigten nicht die Effektivität im Abschluss wie in den letzten Partie. Kimmich vergab aus kurzer Entfernung auf Vorarbeit von Gnabry (56.), Coman zielte nach feinem Doppelpass mit Kimmich zu hoch (69.). Das rächte sich: Angreifer Zé Luis bediente nach einem Lauf über den rechten Flügel den mitgelaufenen Mirantschuk, der im Zentrum Neuer bei seinem Schuss keine Abwehrchance ließ. Es sprach aber für die Klasse der Bayern, wie sie darauf reagierten. Wieder einmal war es Kimmich, der den Sieg erzwang: Ein Zuspiel von Martínez nahm er im Zentrum an, drehte sich und traf aus 20 Metern flach und präzise in die lange Ecke. (dpa)