Boris Becker teilt gegen Boulevardzeitung „Bild“ aus

Tennislegende Boris Becker steht in London wegen eines Insolvenzverfahrens vor Gericht. Die „Bild“ veröffentlicht Details – und Becker reagiert auf Twitter.




Boris Becker erscheint am Donnerstag mit einer Maske vor einem Gericht in London.Foto: dpa/ Aaron Chown/PA Wire

Tennislegende Boris Becker hat auf Twitter die Boulevardzeitung „Bild“ attackiert. „Julian Reichelt und sein Blatt sind nicht das oberste Gesetz, keine Richter oder die Polizei, entscheiden auch nicht über Gut und Böse aber versuchen gerade einen Menschen kaputt zu machen …mich!“, schrieb Becker am Samstagmittag auf der Nachrichtenplattform.

„Dass lasse ich nicht zu! Schämt euch!“, heißt weiter. Beckers Beitrag erhielt am Samstag viel Zuspruch. Bis zum Nachmittag markierten mehr als 4000 Nutzer den Beitrag mit „Gefällt-Mir“.

Hintergrund ist ein laufendes Verfahren in Großbritannien im Zusammenhang mit Beckers Insolvenz. Der ehemalige Tennisprofi soll sein Vermögen im Zusammenhang mit seiner Insolvenz nicht korrekt dargelegt haben. Am Donnerstag sagte Becker vor dem zuständigen Gericht in London aus und plädierte auf unschuldig. Dem 52-Jährigen drohen bis zu sieben Jahre Gefängnis.

Die „Bild“ hatte ausführlich über den Fall berichtet. Am Samstag veröffentlichte die Zeitung etwa einen Artikel mit dem Titel „Jetzt wird’s ernst für Boris! Diese Horror-Liste kann ihn in den Knast bringen“. Nach Angaben von „Bild“ wurden die 19 Anklagepunkte exklusiv veröffentlicht.

Becker plädiert in allen 19 Vorwürfen zu fehlender Informationsübergabe an die Behörde auf unschuldig. Ein Konkursgericht in London hatte Becker im Juni 2017 für zahlungsunfähig erklärt. Grund waren nicht beglichene Schulden. Becker wird vorgeworfen, dass er Transaktionen aus der Zeit des Insolvenzverfahrens nicht den Vorgaben entsprechend gemeldet haben soll.

Die Insolvenzbehörde hat deshalb nun strafrechtliche Ermittlungen gegen den dreimaligen Wimbledonsieger eingeleitet. Die nächste Anhörung erfolgt am 22. Oktober.

Am Freitag erklärte Becker auf Twitter, dass er die Anschuldigungen gegen sich bestreite und er sich mit mit „allen rechtlichen Mitteln“ verteidige. (mit AFP, dpa)