BMI-Rechner für Erwachsene: Liegt Ihr Gewicht im gesunden Bereich?

Was der BMI aussagt – und was nicht

“Adipositas, also das behandlungsbedürftige Übergewicht, wird definiert als ein Zuviel an Körperfett”, sagt Diplom-Oecotrophologin Dr. Stefanie Gerlach von der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG). Doch Körperfett lässt sich nur schwer messen – auch nicht mit einer Körperfettwaage.

Tatsächlich existieren verschiedene Definitionen für Übergewicht. Viele von uns kennen noch den so genannten Broca-Index, der das Normalgewicht bei Körpergröße (in cm) minus 100 festlegt. Da diese Formel sehr willkürlich erscheint, wurde er vor einigen Jahren durch den BMI abgelöst, der inzwischen auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkannt ist.

Neuerdings werden zur Beurteilung des Übergewichts zunehmend Werte wie der Taille-Hüft-Quotient oder der Bauchumfang berücksichtigt. Die verschiedenen Definitionen zeigen, dass die Grenze, ab der ein Mensch zu viel wiegt, nur schwer zu bestimmen ist.

Körperbau bleibt unberücksichtigt

Der Body Mass Index wurde im 19. Jahrhundert von dem belgischen Mathematiker Adolphe Quételet entwickelt. Er basiert auf der Formel Körpergewicht (in Kilogramm) geteilt durch Körpergröße (in Metern) zum Quadrat. Das Ergebnis ist bei Normalgewichtigen ein Wert zwischen 19 und 25. Darüber liegende Werte zeigen in der Regel Übergewicht an.

Ab einem BMI von 30 spricht man von behandlungsbedürftigem Übergewicht (Adipositas). Da der BMI den Körperbau nicht berücksichtigt, wird er oft als unzureichend kritisiert. So haben Menschen mit hoher Muskelmasse, zum Beispiel Bodybuilder, einen verhältnismäßig hohen Body Mass Index, auch wenn sie kaum Körperfett besitzen. Der BMI kann daher nur als Richtwert gelten.

Dick ist nicht gleich dick

Überschüssige Fettpolster werden ohnehin erst dann zum Problem, wenn sie dem Menschen schaden. Viele Frauen empfinden sich als zu dick ohne laut Definition übergewichtig zu sein. Umgekehrt fühlen sich viele Menschen auch mit einem BMI über 25 durchaus wohl.

Tatsächlich schadet ein hohes Körpergewicht nicht immer. So gilt eine große Muskelmasse als unproblematisch und selbst das Körperfett ist nicht in jedem Fall schädlich. Seit einigen Jahren ist bekannt, dass vor allem das tieferliegende Fett im Bauchraum die Entstehung verschiedener Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen fördert.

Reiterhosen oder Speck an Beinen und Po hingegen gelten als relativ ungefährlich. Weitere Studien haben gezeigt, dass auch die körperliche Fitness eine große Rolle spielt: Wer also ein paar Pfunde zu viel mit sich herum trägt, aber regelmäßig Sport treibt, muss sich wenig Sorgen machen.

Bauchumfang statt BMI

Ganz ohne Bedeutung ist der BMI allerdings nicht. So gilt ein Wert zwischen 25 und 30 als leichtes Übergewicht. “In diesem Bereich muss man nicht unbedingt Gewicht abnehmen”, sagt Stefanie Gerlach. Wer für sich einen BMI in diesem Bereich ermittelt, sollte aber zumindest wissen, dass seine Gesundheit möglicherweise gefährdet ist.

“Liegen bereits ernährungsabhängige Krankheiten vor oder ist der Taillenumfang erhöht, so sollte das Gewicht reduziert werden”, so die Expertin. Bei Frauen sollte der Taillenumfang nicht über 80 Zentimetern liegen, bei Männern nicht über 94 cm. Spätestens ab einem Wert von 88 cm bei Frauen beziehungsweise 102 cm bei Männern besteht ein erhöhtes Risiko für Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Ab einem BMI von 30 allerdings gibt es kaum noch Zweifel, die Grenze zur Adipositas ist erreicht: Das Gewicht ist zu hoch und sollte reduziert werden, um gesundheitliche Schäden zu vermeiden.

Body Mass Index bei Kindern

Für Kinder ist die Diagnose von Übergewicht noch komplizierter, da je nach Alter und Geschlecht ein höherer oder ein niedrigerer Body Mass Index als “normal” gilt. Zwar wird der BMI zunächst nach der gleichen Formel berechnet wie für Erwachsene. Ob er im Normbereich liegt, lässt sich nur mit einer Vergleichstabelle, zum Beispiel beim Kinderarzt, ermitteln.