Bibiana Steinhaus beendet ihre Karriere als Schiedsrichterin

Wenn der FC Bayern heute im Supercup auf Borussia Dortmund trifft, wird Bibiana Steinhaus das Spiel leiten. Es wird ihr letztes als Schiedsrichterin sein.

Bibiana Steinhaus ist bis heute die einzige Frau, die in der Fußball-Bundesliga gepfiffen hat.Foto: Imago

Vor drei Jahren trat Bibiana Steinhaus auf den Rasen des Berliners Olympiastadions „in dem Wissen, Geschichte zu schreiben“. Sie war die erste Frau, die ein Spiel in der Fußball-Bundesliga als Schiedsrichterin leitete. Am Mittwoch, im Supercup zwischen Bayern München und Borussia Dortmund, endete nun ihre nationale und internationale Karriere. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund wenige Stunden vor dem Anpfiff mit.

„Wie viele Menschen in der Zeit der Corona-Situation habe ich manches reflektiert und neu bewertet“, sagte Steinhaus. Nach „sorgfältiger Abwägung vieler Faktoren“ habe sie sich dazu entschieden, „meine nationale und internationale Laufbahn als Schiedsrichterin zu beenden“. Zu den Gründen für ihren Rückzug “werde ich mich zu gegebener Zeit nochmals etwas ausführlicher äußern“, sagte die 41-Jährige. Die Altersgrenze für Bundesliga-Schiedsrichter liegt bei 47 Jahren.

Steinhaus ist bis heute die einzige Schiedsrichterin, die ein Bundesligaspiel leitete

Immer noch ist die Polizistin aus Hannover seit 2017 als bislang einzige Frau in der Bundesliga aktiv. Zehn Jahre zuvor hatte sie in der 2. Bundesliga debütiert. Die Berufung für den Supercup gilt als Auszeichnung für die starken Leistungen.

„Auch wenn das jetzt vielleicht platt klingt, aber ich möchte jedes anstehende Spiel gut leiten“, sagte Steinhaus in dem DFB-Interview. „Denn jedes Spiel hat den bestmöglichen Spielleiter verdient. Mein Antrieb ist, sich immer noch weiterentwickeln zu können und die Möglichkeit wird mir in jedem Spiel geboten.“

Sechsmal wurde Steinhaus „Schiedsrichterin des Jahres“, jeweils dreimal vertrat sie Deutschland bei der WM und EM der Frauen. Seit vier Jahren ist sie mit dem ehemaligen englischen FIFA-Referee Howard Webb liiert, der in New York lebt.

„Ich bedauere das frühzeitige Karriereende von Bibiana Steinhaus sehr. Der deutsche Fußball muss künftig nicht nur auf eine herausragende Schiedsrichterin verzichten, sondern verliert auch eine außergewöhnliche Persönlichkeit und Pionierin in einer Männerdomäne“, erklärte Fritz Keller, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). (dpa)