Bewaffneter Raubüberfall in Celle: Mitten am Tag! 2 Juwelenräuber durch Schüsse gestorben

Nach einem mutmaßlichen Raubüberfall auf einen Altstadt-Juwelier in Celle ist auch ein zweiter Verdächtiger gestorben. Der Juwelier soll am Montag einen mutmaßlichen Täter erschossen und einen weiteren zunächst schwer verletzt haben – dieser starb am Montagabend im Krankenhaus, wie die Polizei am Dienstagmorgen mitteilte. Zunächst hatte die “Cellesche Zeitung” berichtet.

Tödliche Schüsse in Juweliergeschäft – Bewaffneter Raubüberfall in Celle

Der genaue Tatablauf sei nach wie vor unklar, erklärte eine Sprecherin. Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden. Die Ermittler hoffen vor allem auf touristische Fotos, die zufällig am Ort des Geschehens in der Altstadt entstanden sein könnten.

Juwelendiebe wollten Schmuckgeschäft ausrauben – Inhaber wehrt sich mit Schüssen

Nach den bisherigen Erkenntnissen betraten die beiden Männer das Juweliergeschäft in der Fußgängerzone am Montagnachmittag bewaffnet – laut Polizei planten sie einen Überfall. In den Geschäftsräumen befand sich in dem Moment nur das Inhaber-Ehepaar im Alter von 71 und 72 Jahren. Das Geschehen in dem alteingesessenen Geschäft geriet dann offenbar außer Kontrolle, es fielen mehrere Schüsse. Wer genau die beiden mutmaßlichen Täter sind, stand zunächst nicht fest. Es gebe aber erste Hinweise auf deren Identität, erklärten die Ermittler.

Polizei ermittelt nach versuchtem Raubüberfall auf Juwelier in Celle

Weitere Einzelheiten wollte eine Polizeisprecherin am Tatort aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen. Mit einem Flatterband wurde ein größerer Bereich der Fußgängerzone abgesperrt, Polizeibeamte waren im Innern des Juweliergeschäfts im Einsatz. Von außen deutete nichts auf den Überfall hin. Die Scheiben des Geschäfts, in dem auch teures Porzellan angeboten wird, wurden von den Schüssen nicht beschädigt.

Am Dienstagmorgen hieß es zudem, es gebe Hinweise darauf, dass sich die mutmaßlichen Täter mit einem Rollstuhl fortbewegt hätten. Ob dieser medizinisch notwendig oder etwa eine Tarnung gewesen sei, stehe noch nicht fest.

Tödliche Schüsse bei Juwelier in Celle: Polizei prüft Notwehr

Nach den tödlichen Schüssen während eines mutmaßlichen Überfalls auf ein Juweliergeschäft in Celle prüfen die Ermittler, ob das Inhaber-Ehepaar aus Notwehr gehandelt hat. Das sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag. Ihr zufolge ist der genaue Tathergang bislang unklar, eine Überwachungskamera gibt es in dem Geschäft nicht. Bei der Tat wurden die beiden mutmaßlichen Täter tödlich verletzt.

Nach Schüssen bei Juwelier in Celle sichert Polizei weitere Spuren

Am Tag nach den tödlichen Schüssen in einem Juwelier- und Antiquitätengeschäft in der Celler Altstadt haben die Ermittler am Dienstag weitere Spuren am Tatort gesichert. Polizisten nahmen Fingerabdrücke von der Eingangstür, die mit einem Polizeisiegel versehen war. Der Bereich rund um das Geschäft war mit rot-weißen Flatterbändern abgesperrt. Der Laden, in dem neben Schmuck auch Uhren, teures Porzellan und andere Antiquitäten verkauft werden, wirkte von außen unversehrt. Die Ermittler fotografierten und fertigten Messungen an, die bei der Rekonstruktion der Tat helfen sollen.

Gegen Celler Juwelier wird wegen Verdachts auf Totschlag ermittelt

Nach den tödlichen Schüssen in einem Juwelier- und Antiquitätengeschäft in Celle ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Geschäftsinhaber wegen des Verdachts auf Totschlag. Nach den bisherigen Erkenntnissen sei klar, dass der 71-Jährige auf die beiden mutmaßlichen Räuber geschossen und sie tödlich verletzt habe, sagte die Sprecherin der Anklagebehörde Stefanie Vogler am Dienstag. Demnach ist der 71-Jährige Inhaber einer gültigen Waffenbesitzkarte und durfte die Schusswaffe benutzen. Die Ermittler prüfen, ob der Mann in einer Notwehrsituation war. “Auf den ersten Blick sieht es nach Notwehr aus, das muss nun im Einzelnen geprüft werden”, so Vogler. Der genaue Tathergang ist bislang unklar, da es keine Überwachungskamera in dem Geschäft gibt.

Bewaffnete Juweliere in Deutschland keine Seltenheit

Immer wieder werden Juweliere in Deutschland Ziel bewaffneter Überfälle, in einigen Fällen wurden Inhaber oder Mitarbeiter verletzt oder kamen ums Leben. Dass die Inhaber daher zum Schutz auch selber über eine Waffe verfügen, ist nicht ungewöhnlich. So feuerte im niederrheinischen Moers 2014 ein von zwei maskierten Männern überraschter Juwelier auf die Eindringlinge, einer der beiden starb an seinen Verletzungen. Bei einem anderen Überfall 2004 in Siegen war es die Frau des Inhabers, die nach einem Gerangel zwischen einem Räuber und ihrem Mann zur Pistole griff. Der Kriminelle wurde angeschossen.

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bua/fka/news.de/dpa