Berliner Philharmoniker erwarten hohes Defizit

Durch den Lockdown haben die Berliner Philharmoniker viel Geld verloren. Weil sie ihre Räume nicht vermieten konnten, fehlen 4,5 Millionen Euro.

Frederik Hanssen
Der Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie.Foto: dpa

In guten Zeiten erwirtschaften die Berliner Philharmoniker 60 Prozent ihrer Ausgaben selber. Das ist in Deutschland ein Spitzenwert, die meisten staatlich geförderten Orchester erreichen weniger als ein Drittel davon. Ihre Einnahmen generieren die Philharmoniker durch Kartenverkäufe, Tourneen, ihr eigenes Plattenlabel, die Onlineplattform „Digital Concert Hall“ – und weil sie Hausbesitzer sind. Die „Stiftung Berliner Philharmoniker“ vermietet den großen Saal des Scharoun-Baus für bis zu 41 000 Euro pro Abend und den Kammermusiksaal für bis zu 6000 Euro pro Abend.

Sommergastspiele wurden abgesagt

Bei rund 370 Vermietungen im Jahr kommen so normalerweise rund 4,5 Millionen Euro zusammen. Diese im Etat fest einkalkulierten Summen aber sind seit dem staatlich verordneten Lockdown Mitte März komplett weggefallen, ebenso wie die Einnahmen aus den Eigenveranstaltungen des Orchesters. Außerdem mussten pandemiebedingt mehrere Sommergastspiele der Philharmoniker abgesagt werden sowie die große USA-Tournee, die für den November geplant war.

Bund und Land springen ein

Darum rechnet Philharmoniker-Intendantin Andrea Zietzschmann für 2020 mit einem Defizit von bis zu zehn Millionen Euro. Ihr sei seitens der Geldgeber vom Bund wie vom Land allerdings bereits signalisiert worden, dass dieses unverschuldet entstandene Minus im Rahmen der Corona-Hilfe ausgeglichen werde, sagte Zietzschmann. F.H.