Berliner Cellist Wolfgang Boettcher gestorben

Jahrzehntelang hat er Berlins Musikleben geprägt, als Mitglied der Berliner Philharmoniker wie als Solist, später auch als Professor an der Universität der Künste. Jetzt ist der Cellist und Musikpädagoge Wolfgang Boettcher im Alter on 86 Jahren in Berlin gestorben. Er war bis zuletzt als Musiker aktiv-

935 auch in Berlin geboren, kam Boettcher 1958 zu den Philharmonikern unter Herbert von Karajan und wurde 1963 deren Solo-Cellist. 1976 gab er diese Position auf, um sich ganz seinen eigenen Projekten widmen zu können.

Mit seinem ausdrucksstarken, kantablen Ton und einem wachen Sinn für musikalische Strukturen begeisterte der Cellist das Klassikpublikum in der Philharmonie wie bei unzähligen kammermusikalischen Abenden.

So gehörte Wolfgang Boettcher auch zu den Gründungsmitgliedern des Brandis-Quartetts und der 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker. Mit seinen Schwestern, der Geigerin Marianne Boettcher und der Pianistin Ursula Trede-Boettcher, bildete er außerdem ein Klaviertrio, mit dem er bis vor wenigen Monaten auftrat.

Während er als Dozent Generationen von Cellisten geprägt hat, wurden Werke auch eigens für ihn komponiert. So brachte er etwa 1990 mit den Philharmonikern und Daniel Barenboim das Cellokonzert von Giselher Klebe zur Uraufführung.

Sein Tod kommt überraschend. “Er hat bis zuletzt jeden Tag eine Bach-Suite gespielt“, berichtete seine Tochter, die Geigerin Marie Boettcher, am Donnerstag. Boettcher sei unerwartet auf der Straße zusammengebrochen, berichtete der Cellist Eginhard Teichmann dem „Mannheimer Morgen“. (mit dpa)