Berlin United beantragt Insolvenz

Das endgültige Aus des Fußball-Sechstligisten rückt immer näher: In der kommenden Woche wird Berlin United einen Insolvenzantrag stellen.




Große Träume, tiefer Fall. Berlin United könnte es schon bald nicht mehr geben.Foto: Imago/Matthias Koch

Der Gründervater des Projekts Berlin United ist schon seit Monaten weg, seit wenigen Tagen haben sich auch noch der potenzielle Investor, der Kaderplaner und der Trainer verabschiedet. Es sieht so aus, als könnte der ambitionierte Berlin-Ligist schon bald von der Bildfläche des Berliner Fußballs verschwinden.

„Ich werde in der kommenden Woche Insolvenz beim Amtsgericht beantragen“, sagte der Interimsvorsitzende Giovanni Bruno dem Tagesspiegel am Freitagabend. Das Berlin-Liga-Spiel bei Fortuna Biesdorf am Samstag werde nicht stattfinden – auch darüber wollte Bruno den Berliner Fußballverband (BFV) noch am Freitag informieren.

Bereits zum Spiel am vergangenen Wochenende gegen Novi Pazar war United nicht angetreten, da der Verein keine erste Mannschaft aufbieten konnte. In der Berlin-Liga steht United auf dem letzten Tabellenplatz – ohne Punkt und mit einem Torverhältnis von 5:37 nach sechs Spieltagen. Ob Berlin United in dieser Saison nochmal antreten wird, wollte Bruno zumindest nicht ausschließen.

Von Beginn an wirkte Berlin United wie ein zu ambitioniertes Projekt. Der ehemalige Präsident Stefan Teichmann verpflichtete Thomas Häßler, Weltmeister von 1990, als Trainer und stieg mit ihm tatsächlich 2019 in die Berlin-Liga auf. Häßler musste allerdings nach dem Aufstieg gehen, weil ihm nicht zugetraut wurde, eine potenzielle Profi-Mannschaft aufzubauen.

Nach dem verpassten Aufstieg in die Oberliga ein Jahr später verabschiedete sich Teichmann Ende Juni, der die Vision von einem eigenen Stadion, von einem Nachwuchsleistungszentrum der gehobenen Art und sogar von der Champions League hatte. Mit Teichmann gingen auch nahezu alle Spieler. Nun ist United am Rande des Existenzverlustes angekommen.