Bayer macht Bundesliga-Blamage komplett – Erneuter Patzer von Lomb

Bitterer Abend für die Bundesligisten in der Europa League: Die TSG Hoffenheim und Bayer Leverkusen haben am Donnerstag jeweils den Einzug in das Achtelfinale der Europa League verpasst. Hoffenheim unterlag im Heimspiel dem norwegischen Vertreter Molde FK mit 0:2 (0:1). Das Hinspiel hatte 3:3 geendet.

Auch Leverkusen verlor am Abend sein Heimspiel gegen die Young Boys Bern mit 0:2 (0:0). Nach einer 3:4-Hinspielniederlage bedeutete auch dies das Aus in dem Wettbewerb, in dem sich nun kein deutsches Team mehr befindet. sich die Die Hoffenheimer Spieler reagierten beinahe fassungslos auf das Aus. „Nach den beiden Spielen ist es Wahnsinn, dass du nicht weiter bist“, sagte Torwart Oliver Baumann völlig frustriert. „Die zweite Halbzeit war zu wenig, von daher war es am Ende auch verdient. Irgendwie sollte es nicht sein.“

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Der Außenseiter aus Norwegen konnte seinen Erfolg im leeren Sinsheimer Stadion am Donnerstagabend kaum verstehen. Eirik Andersen erschreckte die Gastgeber mit dem 1:0 in der 20. Minute und setzte in der Nachspiel mit dem 2:0 den Schlusspunkt. Dortmunds norwegischer Stürmer-Star Erling Haaland gratulierte gleich nach dem Abpfiff seinem früheren Team via Twitter.

Die Hoffenheimer hatten zuvor zahlreiche Chancen wie schon beim 3:3 im Hinspiel im spanischen Villarreal vor einer Woche nicht genutzt. So erlebten die Kraichgauer nach einer ungeschlagenen Vorrunde die erste Europacup-Niederlage in dieser Saison – und das Aus.

Bayer Leverkusen und seinem Trainer Peter Bosz erging es nicht besser. Dieser dürfte nach dem Ausscheiden gegen Bern trotz gegenteiliger Bekenntnisse der Vereinsführung durchaus in Erklärungsnot geraten.
Der etatmäßige Ersatztorhüter Niklas Lomb hatte beim 0:1 durch Jordan Siebatcheu (48.) wie schon vier Tage zuvor im Liga-Spiel beim FC Augsburg gravierend gepatzt, als er eine abgefälschte Flanke aus der Hand fallen ließ. Für die Entscheidung sorgte Christian Fassnacht mit seinem Treffer vier Minuten vor dem Abpfiff. Für Bern und den von Borussia Mönchengladbach umworbenen Trainer Gerardo Seoane ist es derweil der erste Einzug in ein europäisches Achtelfinale seit 60 Jahren.

Die Gäste aus der Schweiz waren in der ersten Halbzeit die gefälligere Mannschaft. Bayer kam vor der Pause zu keiner wirklich nennenswerten Torchance. Für die außergewöhnlichste Szene sorgte unfreiwillig Bosz, der am Spielfeldrand einen Ball aufheben wollte, wegrutschte und sich danach mit einer wilden Geste selbst anfeuerte.

Bayer-Sportchef Rudi Völler schaute beim Pausenpfiff beschwörend nach oben. Doch statt mit Beistand von oben begann die zweite Halbzeit mit einem Schockmoment, als der schon im Hinspiel zweimal erfolgreiche Siebatcheu das erneute Lomb-Missgeschick nutzte und den Ball aus einem Meter per Kopf über die Linie drückte. Leverkusen rannte nun engagiert und wild, aber auch plan- und ideenlos an. (dpa)