Auch der Golfsport atmet auf

Analysen zum Amtszeitende von Donald Trump befassen sich bisher immer mit den Verwüstungen, die er im transatlantischen Verhältnis, in globalen Bündnissen und in der internationalen Politik hinterlässt. Das ist natürlich nicht alles. Der Golfsport etwa! Der hat unter dem 45. US-Präsidenten ebenfalls nicht wenig gelitten, wie man annehmen muss, auch wenn darüber niemand gern offen sprechen will. Viel zu politisch.

Dass US-Präsidenten golfen, ist dabei allein noch nichts Neues. Ein Putting- Grün gehört laut Golf.de im Weißen Haus gehört ein solches zur Standard-Ausstattung im präsidialen Garten, Universitäten bieten Golfsport an, und Kommunen halten Golfplätze vor wie hierzulande Fußballplätze.

Das große Aber ist, dass vor dem 45. Präsidenten keiner derart dauerhaft mit Golfkäppi und Schlägern in den grünen und künstlich perforierten Hügellandschaften zu besichtigen war – und noch viel mehr: dass bisher keiner so sehr den schwerreichen, elitären, keine Pflichten ernst nehmenden Unsympathen verkörpert hat, für den der Golfsport hierzulande lange stand, aber mit dem er doch am liebsten überhaupt nichts zu tun haben möchte.

Alle, die sich für ein demokratisches Golfverständnis eingesetzt haben, konnten sich die vergangenen vier Jahre quasi täglich die Haare raufen. Und da hat es auch nicht geholfen, dass ein Journalist enthüllte, wie oft Trump beim Golfen gemogelt hat. Das also auch der Golfsport nur sein Opfer war. Vergebens war seit Anfang 2016 alle Imagearbeit.

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Wie gering der altersgerechte Draußensport im Ansehen stand, wurde ausgerechnet an dem Tag besonders deutlich, als das Ergebnis der Präsidentschaftswahl bekannt wurde. Als Donald Trump davon beim Golfen in seinem Trump National Golf Club in Sterling erfuhr, sog die Welt empört die Luft ein. Was für ein Snob! Dass Kamala Harris zur selben Zeit beim Joggen war, wurde dagegen erfreut kommentiert. Schaut an, so fit!

Es gehen also im Januar für das Golf- Image harte Jahre zu Ende, die durch die Golfplatzbilder in den Nachrichten nur unzureichend aufgewogen werden. Das Problem war vermutlich auch, dass die Golfplätze alle Trumps Eigentum waren. Hätte er mal auf einem öffentlichen Golf Course die Bälle fliegen lassen.