Alexander Zverev muss jetzt den nächsten Schritt gehen

Nur noch ein Sieg fehlt Alexander Zverev, um erstmals in ein Grand-Slam-Finale vorzudringen – auch weil er in New York neue Qualitäten zeigt. Ein Kommentar.




Faust raus. Alexander Zverev steht im Halbfinale der US Open.Foto: dpa

Schlecht spielen und trotzdem gewinnen – das gelingt in der Regel nur den besten Tennisprofis der Welt. Vor allem im Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers.

Alexander Zverev hat das in seinem Duell gegen den Kroaten Borna Coric geschafft. Nach schwachem Beginn und langsamer Steigerung setzte sich der 23-jährige Deutsche 1:6, 7:6 (7:5), 7:6 (7:1), 6:3 durch und steht in New York nun in seinem zweiten Halbfinale in Folge bei einem der großen vier Turniere.

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Ist Zverev also endlich ganz oben angekommen? Zumindest mal sind die Zeiten vorbei, in denen ihm regelmäßig vorgeworfen wurde, dass er kein Spieler für die wichtigen Momente sei. Noch im vergangenen Jahr schied er bei den Grand Slams regelmäßig früh aus und musste sich dafür anschließend rechtfertigen. Wobei Zverev – wie in anderen Dingen auch – nicht immer eine glückliche Figur abgab.

Natürlich gehört zur Wahrheit auch, dass die US Open 2020 eine zumindest seltsame Veranstaltung sind. So ganz ohne Zuschauer und seit dem absurden Abgang von Novak Djokovic auch ganz ohne Topfavorit. Trotzdem muss man erst einmal fünf Spiele gewinnen, egal, wer dabei Gegner ist. Zverev ist das gelungen – mit viel Kampf, nicht selten aber auch mit sportlicher Klasse.

Nun hat er die große Chance, den nächsten Schritt zu gehen. Und die sollte Zverev nutzen. Ein Finale bei einem der vier Grand-Slam-Turniere – das ist es, was zählt in einer Tenniskarriere. Gegen Pablo Carreno Busta ist der Deutsche favorisiert. Erst recht, wenn er dabei von Anfang an sein bestes Tennis zeigt.