Alba Berlins Aufholjagd wird nicht belohnt

Beim Aufwärmen war bei Alba Berlin eine große Neuerung zu erkennen; eine zwei Meter und 21 Zentimeter große, um genau zu sein. Zum ersten Mal seit seiner Verpflichtung Ende Februar stand Christ Koumadje am Donnerstag bei einem Spiel im Kader der Berliner und wirkte mit seiner schieren Größe sowie den langen Armen aus der Nähe noch beeindruckender als auf Fotos oder Videos. Mit dem Warm-up endete der sein Auftritt allerdings auch schon wieder, denn danach blieb der Center aus dem Tschad die gesamten 40 Minuten auf der Bank. Ohne Koumadje unterlag Alba dem erfahrenen Team von Olympiakos Piräus in eigener Halle 80:84 (18:16, 24:21, 20:25, 18:22).

Nachdem sich die Verletztensituation bei Alba in den vergangenen Tagen langsam entspannt hatte und es sogar möglich schien, dass erstmals seit vielen Monaten alle Spieler fit sein könnten, musste das Team von Aito Garcia Reneses einen neuen Ausfall verzeichnen. Jonas Mattisseck beklagte leichte Fußprobleme und nahm in Zivil neben Maodo Lo Platz, der mit ähnlichen Beschwerden schon die letzten Spiele verpasst hatte.

Alba startete aber auch ohne die beiden verletzten Guards sehenswert ins Spiel. Gleich im ersten Angriff bediente US-Guard Peyton Siva seinen Landsmann Ben Lammers mit einem Alley-oop-Pass, den der Center per Dunk vollendete. Auf der anderen Seite zeigte der erfahrene Spielmacher Kostas Sloukas seine Qualität und setzte seine Kollegen gut ein. Insgesamt war das Spiel in der Anfangsphase aber zerfahren. Beide Mannschaften leisteten sich einige Ballverluste und trafen nicht sonderlich gut aus der Distanz. Alba fand dann aber zuerst den Rhythmus. Die Berliner spielten nun geduldiger, hatten das Auge für den freien Mann und erarbeiteten sich gute Würfe. Zudem verteidigten sie stark – wie der 19 Jahre junge Malte Delow, der den doppelt so alten Vassilis Spanoulis sauber blockte.

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Die Laune beim griechischen Routinier war nicht sonderlich gut und wurde sicher nicht besser, als er nach drei frühen Fouls für längere Zeit auf der Bank Platz nehmen musste. Die Unzufriedenheit hatte er mit seinem Trainer gemein. Georgios Bartzokas haderte fast durchgängig und hatte Mitte des zweiten Viertels genug gesehen. „Fuck, fuck, fuck!“, fluchte er vor sich hin und nahm eine Auszeit, in der er recht angeregt auf sein Team einredete. Es schien zu wirken, zumindest glich Olympiakos mit einem 7:0-Lauf zum 29:29 aus. Besonders Sasha Vezenkov war für die Berliner kaum zu kontrollieren und war am Ende mit 31 Punkten Topscorer des Abends. Es blieb aber ein sehr enges Spiel, in dem Alba durch einen späten Dreier von Siva mit fünf Punkten Vorsprung in die Halbzeitpause ging.

Im dritten Viertel drehte sich das Geschehen allerdings langsam. Die Griechen wirkten nun fokussierter und trafen vor allem aus der Distanz exzellent. Alba hatte gegen die nun aggressivere Verteidigung der Gäste zudem große Probleme, zu klaren Abschlüssen zu kommen. So ging es mit 62:62 ins letzte Viertel.

Hier verstärkten sich die Berliner Probleme weiter. Offensiv lief nicht mehr viel zusammen und in den ersten fünf Minuten gelangen gerade einmal fünf Punkte. Die enorme Belastung der vergangenen Woche spielte Alba dabei auch nicht in die Karten, da die Griechen deutlich ausgeruhter ins Spiel gehen konnten. Die Berliner gaben sich dennoch nicht auf und kamen in der Schlussphase noch mal auf einen Punkte heran. Der überragende Vezenkov sorgte mit seinem sechsten Dreier aber für die Entscheidung zugunsten der Gäste.