Alba Berlin verbringt Weihnachten in der Halle

In dieser gestauchten Corona-Saison mit unglaublich vielen Spielen in unglaublich kurzer Zeit mussten sich die Basketballer von Alba Berlin schon an viele neue Dinge gewöhnen. An eine fast zweiwöchige Quarantäne etwa. An ein Duell mit einer der besten Mannschaften Europas praktisch ohne vorheriges Training. Oder – wie in diesem Dezember – an rekordträchtige 13 Spiele in einem Monat. In der jetzigen Weihnachtszeit steht ebenfalls eine eher ungeliebte Aufgabe an, diese ist aber immerhin nicht neu. Denn Spiele an den Feiertagen sind bei Alba fast schon eine Tradition. Am 26. Dezember (18 Uhr, Magentasport) sind die Berliner beim Mitteldeutschen BC in Weißenfels zu Gast.

Es ist das Schicksal von Profi-Basketballern. Zeit für Besinnlichkeit ist kaum, ein Besuch bei der Verwandtschaft ist zumindest für die Spieler aus dem Ausland während ihrer Karriere sowieso fast ausgeschlossen. Stattdessen heißt es: nicht allzu sehr übertreiben beim Naschen, früh ins Bett und dann ab mit dem Bus zum Auswärtsspiel. „Das Team trainiert am 24. und 25. Dezember. Es gibt keine Zeit für einen freien Tag“, sagte Sportdirektor Himar Ojeda der dpa.

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Eine entspannte Feiertagsplanung sieht anders aus, aber in diesem Jahr wird es den Alba-Profis vermutlich noch schwerer fallen, sich aufzuraffen. Zumal nach dem Spiel beim MBC noch zwei weitere Aufgaben anstehen – am 29. Dezember in der Euroleague gegen Zalgiris Kaunas (20 Uhr) und am letzten Tag des Jahres im Pokal gegen Braunschweig (14 Uhr), dann immerhin in eigener Halle. „Das ist eine große Erleichterung. Denn es ist nicht leicht, in diesen Zeiten zu reisen“, findet Ojeda zumindest etwas Positives.

Das straffe Programm kann Alba in der jetzigen Verfassung dennoch gar nicht gebrauchen, denn die Müdigkeit ist dem Team mittlerweile deutlich anzusehen. Seit Anfang November spielen die Berliner ohne richtige Erholungspause alle paar Tage und die zahlreichen Verletzungen helfen bei diesem Pensum ganz sicher nicht. Gerade hat sich mit Simone Fontecchio ein Spieler wieder herangearbeitet, da fällt mit Spielmacher Peyton Siva (Oberschenkelverletzung) schon der nächste Leistungsträger für mehrere Wochen aus und gesellt sich damit zu Marcus Eriksson und Ben Lammers.

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Bei Real Madrid war der Aderlass am Dienstagabend klar zu erkennen. Ein Viertel lang konnte Alba mithalten, danach fehlte gegen das spanische Topteam mehr und mehr die Kraft. Am Ende unterlagen die Berliner mit 62:91. „Real war von Anfang bis zum Ende besser als wir. Doch wir ziehen auch Positives aus dem Spiel. Wir konnten einige Dinge ausprobieren. Und das geht nur in den Spielen“, sagte Trainer Aito Garcia Reneses.

Zum Glück für Alba ist der Mitteldeutsche BC qualitativ deutlich unter Real Madrid anzusiedeln und so etwas wie ein Lieblingsgegner. Von 28 Duellen haben die Berliner 26 gewonnen.