Alba Berlin gewinnt einseitiges Spitzenspiel

Mit Mitleid können Sportler nicht viel anfangen, im ersten Viertel des Spiels gegen Alba Berlin konnten einem die Basketballer aus Crailsheim aber wirklich leidtun. Sie leisteten sich Schrittfehler, passten den Ball ins Aus und ihre Würfe sprangen zuverlässig wieder aus dem Korb heraus. Nach sechs Minuten war das Ergebnis auf dem großen Videowürfel in der Arena am Ostbahnhof das Positivste aus Sicht der Gäste: Es stand nur 12:0 für Alba. Es war einer jener Abende für Crailsheim, an denen man am liebsten einfach im Bett geblieben wäre – und das änderte sich auch nach dem ersten erfolgreichen Wurf durch Elias Lasisi nach genau sechs Minuten und 19 Sekunden nicht. Am Ende eines äußerst einseitigen Spitzenspiels gewannen die Berliner am Sonntag 100:62 (24:8, 25:17, 26:16, 25:21) und verdrängten Crailsheim in der Bundesliga-Tabelle von Platz zwei.

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Albas Trainer Aito Garcia Reneses verzichtete wie schon am Freitag in der Euroleague auf seinen neuen Center Christ Koumadje und ging mit der gleichen Mannschaft ins Spiel, die Panathinaikos durch eine starke zweite Halbzeit besiegt hatte. Die Berliner legten am Sonntag sofort mit ähnlichem Schwung los. Nach der schnellen 12:0-Führung blieben sie zwar ebenfalls drei Minuten ohne Punkte, hatten das Geschehen aber ansonsten souverän unter Kontrolle. „Sie haben früh einige Würfe verfehlt und das hat uns Selbstvertrauen gegeben“, sagte Albas Luke Sikma.

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Vor allem aus der Distanz war Alba äußerst treffsicher. Marcus Eriksson fand schnell seinen Rhythmus und versenkte zu Beginn des zweiten Viertels einen Dreier aus großer Distanz. Da er dabei auch noch gefoult wurde, durfte er zusätzlich an die Freiwurflinie und schraubte die Führung erstmals auf mehr als 20 Punkte. Crailsheim hatte danach zwar ein paar gute Minuten und kämpfte sich wieder etwas näher heran. Ein echtes Spitzenspiel wurde es aber zu keiner Zeit. „Mir hat gut gefallen, wie wir auch nach der Halbzeit weiter Druck gemacht haben“, sagte Sikma.

Alba nutzte die klaren Kräfteverhältnisse, um die Belastung sehr gleichmäßig zu verteilen und einigen länger verletzten Spielern wichtige Minuten sowie frisches Selbstvertrauen zu verschaffen. Das tat besonders Niels Giffey (15 Punkte) im zweiten Spiel nach seiner langen Pause und dem zuletzt glücklosen Peyton Siva (15) sehr gut.